zur Navigation springen

Neue Bewertungsmaßstäbe für Arbeits- und Sozialverhalten : Kopfnoten bekommen mehr Gewicht

vom

Die Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens von Schülern erfolgt auf den aktuellen Zeugnissen zum letzten Mal in ihrer bisherigen Form. Ab kommendem Schuljahr gelten landesweit neue Kriterien.

svz.de von
erstellt am 20.Jun.2013 | 06:56 Uhr

Ludwigslust/Schwerin | Wenn es darum geht, Aufgaben für die Schule gemeinsam zu erledigen, sind Jano und Lena oft ein Team. "Weil wir Freunde sind", sagt er. "Weil wir uns schon seit dem Kindergarten kennen", ergänzt sie.

Auch andere Kinder an der Grundschule "Theodor Körner " in Wöbbelin haben für Gemeinschaftsaufgaben ihre Favoriten: Kim nennt Charlotte, "weil die im Unterricht immer aufpasst". Chiara macht viel zusammen mit Emelie - beide wohnen zwar in verschiedenen Dörfern, lernen aber zusammen, Gitarre zu spielen. Heute, bei der Verabschiedung der Viertklässler, werden beide Mitschülern, Lehrern und Eltern eine Kostprobe ihres Könnens geben.

Auf den Zeugnissen der Mädchen und Jungen wird sich auch das widerspiegeln: Unter den Fachnoten finden sich Bewertungen ihres Arbeits- und Sozialverhaltens. In der bisherigen Form allerdings gibt es diese Bewertung heute zum letzten Mal. Ab dem kommenden Schuljahr gelten landesweit neue Kriterien.

"Bisher haben wir ab der 2. Klasse auf den Zeugnissen zum Ende eines Schuljahres das Arbeits- und das Sozialverhalten in jeweils vier Abstufungen bewertet: vorbildlich, gut, zufriedenstellend und entwicklungsbedürftig", erläutert die Wöbbeliner Schulleiterin Jana Podlipnik. Künftig wird zwar auch in Worten bewertet, aber analog zu den Schulnoten: Die Spanne reicht also von sehr gut über gut, befriedigend, ausreichend und mangelhaft bis ungenügend. "Das erleichtert das Verständnis und die Vergleichbarkeit", so die Schulleiterin.

Bisher war es jeder Schule selbst überlassen, nach welchen Kriterien sie das Arbeits- und Sozialverhalten bewertete, erläutert Podlipnik. Künftig gelten an allen Schulen des Landes die gleichen Bewertungsmaßstäbe. Beim Arbeitsverhalten sind Fleiß und Zuverlässigkeit einzuschätzen, beim Sozialverhalten Umgangsformen und Teamfähigkeit.

Für die sechs Lehrerinnen an der Wöbbeliner Grundschule ergeben sich daraus kaum Veränderungen - die Art und Weise, wie künftig zu bewerten ist, deckt sich weitgehend mit dem, was sie ohnehin schon praktiziert haben. "Jede Kollegin hat jedes Kind dreimal im Jahr in ihrem Fach eingeschätzt", erklärt Jana Podlipnik. Teamfähigkeit, Konfliktverhalten, Kritikfähigkeit, Mitarbeit, Fleiß, Zuverlässigkeit, Sorgfalt, Ausdauer und noch eine ganze Reihe weiterer Eigenschaften spielten dabei eine Rolle. Über die Ergebnisse hat sich dann die Schulkonferenz verständigt. Und dreimal pro Schuljahr wurden diese Einschätzungen auch mit den Eltern besprochen. "Wenn man regelmäßig Kontakt zu den Eltern hat, kann man beim Arbeits- und Sozialverhalten noch eine Menge ändern", ist die Schulleiterin überzeugt. Selbst bei Einserkandidaten gebe es immer wenigstens ein Fach, wo noch etwas verbesserungswürdig sei.

Künftig sind zwar nur zwei Bewertungen pro Jahr vorgeschrieben, in Wöbbelin will man es aber wohl bei dreien belassen. "Das ergibt ein differenzierteres Bild. Wir können schneller eingreifen, wenn etwas nicht stimmt. Und in strittigen Fällen kommt man bei einer ungeraden Zahl von Bewertungen einfacher auf einen Nenner", zählt die Schulleiterin gleich drei Gründe dafür auf. Dass künftig auch eine einheitliche Dokumentation der Bewertung verbindlich ist, schreckt sie wenig: "Es ist zwar ein kleiner Mehraufwand, aber man profitiert davon, weil man den Eltern ganz genau sagen kann: ,In dem Fach bei der Kollegin klappt das noch nicht so, wie es sein sollte."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen