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Mecklenburg-Vorpommern

11. Dezember 2017 | 03:14 Uhr

Kopfgeldjäger an den Unis

vom

Für die klammen Kommunen in MV zählt jeder Einwohner. Die Hochschulstädte werben bei den Studenten, sich bei ihnen anzumelden. Das lassen sie sich einiges kosten, wie eine Umfrage ergab.

svz.de von
erstellt am 19.Aug.2013 | 09:44 Uhr

Rostock/Greifswald | Für die klammen Kommunen in MV zählt jeder Einwohner. Greifswald beispielsweise bekommt nach Angaben der Stadt 320 Euro pro Einwohner Zuweisungen vom Land. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald, zu dem die Stadt gehört, profitiert mit rund 700 Euro von jedem zusätzlichen Hauptwohnsitz. Die Hochschulstädte werben deshalb bei den Studenten, sich bei ihnen anzumelden. Das lassen sie sich einiges kosten, wie eine Umfrage ergab.

Am spendabelsten ist Neubrandenburg. Dort bekommen Studenten bei der Anmeldung 100 Euro, nach 20 Monaten noch einmal 100 Euro, wie Stadtsprecherin Andrea Hänsch sagte. Jährlich beginnen in Neubrandenburg rund 500 Studenten ein Studium. Im vergangenen Jahr beantragten 219 das Begrüßungsgeld. Mit 150 Euro liegt Stralsund auf Platz zwei. "Dieses Angebot gibt es seit drei Jahren in Verbindung mit einem Gutscheinheft, welches Rabattaktionen Stralsunder Firmen enthält", sagte Stadtsprecher Peter Koslik. Immer mehr der 2500 Studenten greifen zu und melden ihren Hauptwohnsitz in Stralsund an. Waren es 2008 noch 166 Studenten, Berufsschüler und Schüler, die das Begrüßungsgeld bekamen, stieg diese Zahl auf 404 im Jahr 2012. Zwei Jahre davor (2010) waren es sogar fast 600.

In Wismar können Studenten mit 150 Euro rechnen, verteilt auf drei Jahresraten von 70, 50 und 30 Euro. Greifswald und Rostock gewähren je 100 Euro. 2012 bekamen in Rostock 1969 Studenten die Zuwendung nach ihrer Anmeldung ausgezahlt - bei 4407 Studienanfängern. Das sei ausbaufähig, sagte Stadtsprecher Ulrich Kunze. Aber jeder Student mit Hauptwohnsitz bringe bares Geld für die Stadt.

Greifswald hatte 2012 die Anmeldeprämie (100 Euro), dort Umzugsbeihilfe genannt, nach der Kreisgebietsreform zunächst ausgesetzt. In diesem Jahr wird sie aber wieder gewährt. 2011 - bis dahin gab es sogar 150 Euro - wurden 259 500 Euro ausgezahlt, wie Stadtsprecherin Andrea Reimann sagte. Das entsprach 1730 Hauptwohnsitz-Anmeldungen. Die Umzugsbeihilfe wurde 2005 eingeführt. Damit wollte die Bürgerschaft bewusst den sinkenden Einwohnerzahlen entgegenwirken." Im Jahr 2004 hatte Greifswald nur noch 52 150 Einwohner - der Tiefstand. "Wie sich zeigt, hat sich das auch gelohnt." Schon 2005 sei die Einwohnerzahl wieder gestiegen. Ende 2011 waren 55 949 Menschen in Greifswald gemeldet.

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