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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 15:31 Uhr

Kopf im Sand

vom

svz.de von
erstellt am 23.Okt.2007 | 07:42 Uhr

"Dramatische Konsequenzen" drohten dem Iran, wenn er im Streit um sein Nuklearprogramm nicht einlenke. Das ist die jüngste Aussage eines hohen US-Regierungsmitglieds. Was Vizepräsident Dick Cheney meint, dürfte klar sein. Bushs Stellvertreter denkt gewiss nicht nur an eine neue Sanktionsrunde der Vereinten Nationen, über die er sich sonst abfällig äußert. Nachdem George W. Bush mit seiner Warnung vor einem "Dritten Weltkrieg" im Falle eines Atomwaffenbesitzes des Iran viele erschreckt hatte, weist Cheneys Aussage in Richtung einer Frage, über die auch Europa eine Debatte vermeidet: Wie soll man mit Teheran umgehen, wenn alle diplomatischen Mittel versagen?
Dabei erscheint diese Diskussion umso nötiger, weil zum einen der russische Präsident Putin weiter seinem iranischen Kollegen Ahmedinedschad den Rücken deckt und weil zum anderen durch die Kaltstellung des bisherigen Atom-Unterhändlers Laridschani die Hardliner in Teheran das Signal geben: Wir lassen uns von Drohungen nicht beeindrucken. Dass "sämtliche Optionen" - auch ein Militärschlag - gegen die Nuklearfabriken weiter auf dem Tisch sind, sagen in Washington nicht nur Bush und seine Republikaner, sondern auch demokratische Präsidentschaftskandidaten. Damit tut sich erneut eine Kluft zwischen den Amerikanern und Europäern auf, von denen viele mittlerweile sagen, man könne mit einem nuklear bewaffneten Iran notfalls leben.

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