Konzept gegen Übergewicht - jeder Fünfte ist krankhaft zu dick

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19. September 2012, 10:11 Uhr

Schwerin | Mehr als die Hälfte der Einwohner Mecklenburg- Vorpommerns hat nach Angaben der Landeskrankenhausgesellschaft Übergewicht. Jeder fünfte sei sogar adipös, also krankhaft dick. Selbst jeder vierte Jugendliche gelte als übergewichtig. Damit habe Mecklenburg-Vorpommern den höchsten Anteil adipöser Menschen in Deutschland, sagte der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft (KGMV), Wolfgang Gagzow. "Adipositas ist zu einer Volkskrankheit geworden." Sie sei ein Problem für die Betroffenen, da sie Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck auslöse, aber auch für das Gesundheitssystem.

Gagzow stellte ein neues Konzept vor, mit dem die Krankenhausgesellschaft gegen das Übergewicht angehen will. Es sei multidisziplinär in Diagnostik und Therapie. Sämtliche medizinische Versorgungsstrukturen seien eingebunden - vom Haus- und Facharzt über Krankenhäuser und Rehaeinrichtungen bis zu Selbsthilfegruppen. Laut Gagzow ist es das erste Konzept bundesweit, das derart umfassend gestaltet ist. Adipositas ist von der Weltgesundheitsorganisation als Krankheit anerkannt.

Sie betrifft in Mecklenburg-Vorpommern immer mehr Kinder im Vorschulalter, wie die Kinderärztin Verena Wagner berichtete. 12,4 Prozent der Kinder bei den Schuleingangsuntersuchungen hätten Übergewicht, 5,5 Prozent Adipositas. Daran habe sich trotz vieler Programme und Kampagnen nichts geändert. Die Programme seien bisher kurzfristig und nicht nachhaltig. Bei Kuren von sechs Wochen fehle die Nachsorge: Kinder, die acht Kilo abnehmen, würden zu Hause zehn Kilo wieder zunehmen. Erst jetzt würden Kinder- und Jugendärzte speziell für Adipositas ausgebildet, die die Kinder weiter betreuen. Der Vorsitzende des Adipositasverbandes, Matthias Kraft, verwies darauf, dass Kinder nicht dauerhaft abnehmen, wenn nicht die Eltern ihren Lebensstil ändern.

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