Behinderte in MV : Konsequentere Politik statt „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“

Als erste Niedersächsin hat Carolin Lutter (l) eine neue 'Schwer-in-Ordnung-Ausweis'-Hülle für ihren Schwerbehindertenausweis erhalten.
Als erste Niedersächsin hat Carolin Lutter (l) eine neue "Schwer-in-Ordnung-Ausweis"-Hülle für ihren Schwerbehindertenausweis erhalten.

Behindertenverband zweifel an Effekt einer neuen Ausweishülle. Stattdessen sieht er die Politik in der Pflicht.

svz.de von
09. März 2018, 05:00 Uhr

Der allgemeine Behindertenverband Mecklenburg-Vorpommern sieht die Einführung eines sogenannten „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ mit gemischten Gefühlen. Das Sozialministerium prüft derzeit, nach dem Vorbild von Hamburg, Niedersachsen und Brandenburg, transparente Hüllen einzuführen, mit denen sich der Schriftzug Schwerbehindertenausweis überdecken lässt. „Das Ministerium ist in dieser Sache an uns als Verband noch nicht herangetreten. Aber mit „Schwer in Ordnung“ ist die Behindertenpolitik im Land nicht gleich in Ordnung“, sagt Peter Braun, Vorsitzender des Allgemeinen Behindertenverbandes. Die Geste sei nett, allerdings würde man sich stattdessen lieber eine konsequentere Behindertenpolitik vom Land wünschen: „Zum Beispiel der landesweite Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, damit unter anderem kleine Behindertenverbände ihre Interessen besser wahrnehmen können, oder die Umsetzung des Bundesteilhabepaketes, das sind wichtigere Aufgaben“, so Braun. Der Verband habe den Eindruck, dass das Land bei der Umsetzung der Programme deutlich langsamer vorankommt als zugesagt. Dass eine Ausweishülle große Effekte mit sich bringe, bezweifelt der Vorsitzende. „Diskriminierung findet trotzdem statt. Für einen Rollstuhlfahrer etwa ist Schwerin von Neubrandenburg aus mit dem Zug im Moment praktisch nicht zu erreichen. Auch das ist Diskriminierung von Schwerbehinderten.“

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