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Mecklenburg-Vorpommern

25. September 2017 | 17:22 Uhr

Aroniabeere : Konkurrenz für Sanddorn

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Aroniabeere ist zur Mode-Wildfrucht aufgestiegen. Versuchsanbau für MV läuft in Ludwigslust

svz.de von
erstellt am 28.Jul.2017 | 11:50 Uhr

Aronia, Hagebutte, Scheinquitte – sie sollen die künftigen Stars der gesunden Ernährung sein und eine neue Einnahmequelle für Obstbauern in Mecklenburg-Vorpommern werden. In Ludwigslust laufen dafür seit gut einem Jahr auf 1,2 Hektar Fläche wissenschaftlich begleitete Anbauversuche. Anika Lüders von der LMS Agrarberatung GmbH zog bei einem Fach- und Demonstrationstag gestern in Ludwigslust eine positive Zwischenbilanz. Aronia und Scheinquitte hätten sich sehr gut etabliert, auch zwei Hagebuttensorten seien gut dabei, sagte Lüders, die die Versuchspflanzung betreut. In den nächsten Wochen stehe die erste Ernte an.

An dem Projekt auf einer Fläche der Sanddorn Storchennest GmbH sind neben weiteren Partnern die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei sowie die Hochschule Neubrandenburg beteiligt. An der Hochschule forschen Sorania Schweitzer und ihre Kollegen an Verarbeitungsmöglichkeiten. Im Fokus steht die Verarbeitung zu Fruchtpulver per Gefriertrocknung, wie sie sagte. Das Verfahren an sich sei nicht neu, in Neubrandenburg konzentriere man sich auf den Erhalt und die Messung der kostbaren Inhaltsstoffe.

Sanddorn Storchennest hat bereits langjährige Erfahrungen mit dem Wildobstanbau. Das Unternehmen betreibt auf 120 Hektar Plantagen den größten Bio-Sanddornanbau in Deutschland. Damit bewirtschaftet das Unternehmen ein Sechstel aller Sanddorn-Flächen bundesweit, wie Ulrich Zinser von der Beratungsfirma Baltic Consulting aus Stäbelow sagte. Sanddorn habe bereits geschafft, was mit Aronia, Hagebutte und Scheinquitte noch möglich sei: die Verwendung in Lebensmittelindustrie, Pharmazie und Kosmetik.

Die Aroniabeere sei auf dem besten Weg. Sie sei bereits eine Modefrucht. „Von 2015 zu 2016 wuchs die Aronia-Anbaufläche in Deutschland um rund 50 Prozent auf 559 Hektar“, sagte er. Etwa 112 Tonnen seien geerntet worden.

Die Hagebutte friste noch ein Schattendasein. Nur vier bis fünf Kleinstbetriebe beschäftigen sich bisher in Deutschland mit dem Anbau auf zusammen 58 Hektar.

Der Preisdruck sei bei Wildfrüchten als Nischenprodukt nicht sehr hoch, wenn die Inhaltsstoffe stimmen und die Herkunft aus der Region transparent gemacht werde, sagte Zinser. Die Absatzaussichten sind nach seinen Worten sehr gut. Der Trend zur gesunden Ernährung mit wichtigen Inhaltsstoffen – zum „Superfood“ –, zu Regionalität und zur Schonung der Umwelt werde bei den Verbrauchern weiter wachsen.

Allerdings wolle der Kunde es auch einfach haben. Deshalb seien Angebote wie Fruchtpulver interessant, mit denen man sich zu Hause ohne große Mühe einen Smoothie anrühren könne.

Das Land unterstützt die Versuchspflanzung mit knapp einer Million Euro.

 

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