Mecklenburg-Vorpommern : Kompliziertes Jahr für Imker

Über mangelndes Interesse können sich die Imker nicht beklagen.
Foto:
Über mangelndes Interesse können sich die Imker nicht beklagen.

Schädlinge haben Honigernte nur mittelmäßig ausfallen lassen / Imker hoffen auf Neuanlage von Blühstreifen

svz.de von
10. November 2014, 12:00 Uhr

Den Imkern in Mecklenburg-Vorpommern hat das Jahr 2014 nur einen mittleren Honigertrag gebracht. Im Durchschnitt seien je Volk 34 Kilogramm geerntet worden, berichtete der Vorsitzende des Landes-Imkerverbandes, Torsten Ellmann, in Gägelow bei Wismar. „Es war ein sehr kompliziertes Bienenjahr“, sagte er am Rande der Landesvertreterversammlung. Die Delegierten wählten den 48- jährigen Diplomchemiker aus Pasewalk erneut zum Landesvorsitzenden.

In Mecklenburg-Vorpommern finden immer mehr Menschen zur Imkerei. Mit 1501 Imkern habe der Verband die höchste Mitgliederzahl seit 2006. Sie halten 16 395 Bienenvölker, im Durchschnitt 10,5 je Imker. „Das ist der höchste Wert in Deutschland. Im Bundesdurchschnitt sind es nur sieben Völker“, sagte Ellmann. Ihm zufolge ermöglichten die hohen Temperaturen im zeitigen Frühjahr nicht nur den Bienen einen frühen Start, sondern auch der Varroa-Milbe, dem gefährlichsten Bienenschädling. Befallene Bienenvölker werden geschwächt, weil die Milbe die Brut schädigt und Viren überträgt. „Zur Bekämpfung der Milben stehen den Imkern nur Ameisensäure, Oxalsäure und ätherische Öle zur Verfügung, die erst nach der Honigernte eingesetzt werden können“, sagte Ellmann. „Wir hatten bereits im September/Oktober Imker mit Totalverlusten.“

Er appellierte an die Bienenhalter, die Lücken im kommenden Frühjahr mit heimischen Bienenvölkern mit Gesundheitszeugnis aufzufüllen, um nicht weitere Krankheiten einzuschleppen. Ein Problem der Imker ist die Blütenarmut nach der Rapsblüte. Sie versprechen sich viel von den 5 Prozent ökologischer Vorrangfläche, zu der die EU-Agrarreform die Landwirtschaftsbetriebe verpflichtet. Auch die neuen Agrar-Umwelt-Maßnahmen des Landes könnten die Pollenversorgung verbessern. Die Bauern sollen eine Förderung für Blühstreifen erhalten, die sie nach Absprache mit Imkern anlegen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen