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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 20:55 Uhr

Energieerzeuger : Kommunen: Netzzustand bremst

vom

Die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern wollen die Energiewende im Nordosten mit vorantreiben, drängen das Land aber zu deutlichen Kurskorrekturen. Wichtig sei vor allem der Austausch alter durch moderne Turbinen.

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erstellt am 13.Feb.2012 | 10:05 Uhr

Schwerin/Rostock | Die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern wollen die Energiewende im Nordosten mit vorantreiben, drängen das Land aber zu deutlichen Kurskorrekturen. "Wir denken nicht, dass es das wichtigste ist, die Eignungsflächen für Windkraftanlagen schleunigst zu verdoppeln. Bevor wir uns über neue Erzeuger Gedanken machen, müssen wir die vorhandenen Flächen durch den Austausch alter durch moderne Turbinen effektiver nutzen", sagte Arp Fittschen vom Städte- und Gemeindetag am Wochenende. Er äußerte sich erfreut darüber, dass die Landesregierung einen breiten Dialog zum Ausbau der erneuerbaren Energien führen wolle. "Die von Kommunen gegründete Norddeutsche Energiegemeinschaft eG will dabei ein konstruktiver Partner sein."

Unter der fachlichen Führung des kommunalen Energieversorgers Wemag (Schwerin) können Kommunen im Rahmen der Genossenschaft Beteiligungen an Energieunternehmungen eingehen. Projekte für Photovoltaik- und Biogasanlagen sowie Windparks gebe es bereits. "Die direkte Beteiligung der Kommunen, die auch finanziellen Nutzen aus den Projekten ziehen würden, schafft größere Akzeptanz", zeigte sich Fittschen überzeugt. Biogas- und Windkraftanlagen stoßen regional immer wieder auf Proteste.

Größtes Hemmnis für den Aufbau eines dezentralen, von Stromkonzernen unabhängigen Erzeugernetzes seien aber die unzureichenden Netzkapazitäten. "Die Netze sind für das nun anbrechende Energiezeitalter nicht mehr geeignet. Wir brauchen leistungsfähige Mittelspannungsnetze und intelligente Steuerungssysteme", so Fittschen. Zudem müsse nach neuen Speichermöglichkeiten für Energie geforscht werden. "Wir brauchen Pumpspeicherwerke auch in der Ebene. Zum Beispiel könnte mit Hilfe von jeweils nicht benötigtem Wind- oder Sonnenstrom Gas in unterirdische Kavernen gedrückt werden. Bei Bedarf könnte der Gasdruck dann zum Betrieb von Generatoren genutzt werden. Dafür lohnt es sich zu forschen."

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