Wahl des Kreistages Ludwigslust-Parchim : Bundestrend auch an der Elde

CDU bleibt vorn, SPD verliert, AfD mit zweistelligem Ergebnis

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27. Mai 2019, 00:18 Uhr

Die AfD wird mit mehr als zwölf Prozent Wählerstimmen in den Kreistag Ludwigslust-Parchim einziehen. Damit schlägt der Bundestrend auch im Südwesten Mecklenburgs durch. 2014 lag die Alternative noch bei 2,9 Prozent und stellte zwei Abgeordnete, die im Parlamentsbetrieb kaum auffielen. Auch die Grünen legten zu und erreichen mehr als sechs Prozent (2014: 4,1 Prozent). Verloren haben die Bundes-Großkoalitionäre CDU und SPD. Die Christdemokraten bleiben stärkste Kraft und liegen bei 26 Prozent, 2014 fuhren sie aber noch 32 Prozent der Stimmen ein. Der Sinkflug der SPD, die den Landrat stellt, setzt sich unvermindert fort. Von 32,3 Prozent im Jahr 2011 über 25,5 Prozent (2014) rutschen die Sozialdemokraten jetzt auf 22 Prozent ab. Die Linke hält sich bei 16,2 Prozent, verliert kaum (2014: 17,78 Prozent).

 

Landrat Stefan Sternberg schätzt das AfD-Ergebnis als „bedenklich“ ein, freut sich aber „trotz allem, dass der Bundestrend im Landkreis nicht so stark durchgeschlagen ist, wie in anderen Bundesländern“. Sternberg: „Jetzt hat die AfD Fraktionsstatus. Jetzt müssen sie liefern. Die letzten fünf Jahre kam nichts.“

CDU-Kreischef Wolfgang Waldmüller sieht sein Ziel erreicht, die Christdemokraten als stärkste kommunalpolitische Kraft im Landkreis zu etablieren. Allerdings überschatte der AfD-Erfolg die Freude: „Wir müssen klarer in unseren Botschaften werden und jüngere Menschen gezielter ansprechen.“

Zur Wahl des Kreistages traten Insgesamt 387 Bewerberinnen und Bewerber an. Zugelassen waren acht Parteien, sechs Wählergruppen und drei Einzelbewerber. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim waren mehr als 182 000 Einwohner zur Stimmabgabe aufgerufen.

   

>> Alle aktuellen Entwicklungen zur Kommunalwahl in MV finden Sie unter www.svz.de/kommunalwahl

Kommentar von Udo Mitzlaff: Aufstehen und nicht weiter so

Mal im Ernst: Warum soll jemand SPD wählen, wenn von allen Plakaten Frau Barley lächelt? Die Antwort: zwölf Prozent für die AfD. Das ist weniger als erwartet. Und das ist die Chance für Stefan Sternberg und seine SPD, sich zu berappeln. Am Landrat liegt es nämlich nicht. Denn die Bilanz für den Kreis kann sich sehen lassen. Schnelles Internet kommt, Rufbus fährt. Überhaupt: Mit ihrem Leben sind die Menschen eigentlich zufrieden. Warum dann die Verluste für SPD und CDU? Sie kommen aus Schwerin und Berlin. Und sie sind sehr emotional. Wer pflastert das Land mit Windkraftmasten zu? Wer holt die Südbahn vom Gleis? Der Kreistag wars nicht. Dass die AfDler längst keine Alternative sind, sondern ein zerstrittener Haufen, das ist enttäuschter Wählerliebe egal. Was nun? CDU, SPD und Linke haben weiter die Mehrheit, können also den Landkreis gestalten. Mal sehen, ob die AfD mitmacht oder in  Ideologiekämpfe verfällt...
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