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Kommission soll Förderschüler begleiten

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Schwerin | Für die umfangreichste Schulreform der kommenden Jahre hofft Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) auf die wohlwollende Begleitung der Opposition im Landtag. Deshalb berief er den ehemaligen Landtagsabgeordneten Andreas Bluhm von der Linkspartei als einzigen Politiker in eine 13-köpfige Experten-Kommission. Sie soll die so genannte Inklusion an den Grundschulen Mecklenburg-Vorpommerns vorbereiten. Bluhm sei ein "allseits geschätzter Bildungsexperte" und seine Mitarbeit "ein Angebot" an die demokratischen Oppositionsparteien, an der Reform mitzuwirken, sagte Brodkorb.

Ziel der Inklusion ist es, möglichst viele Kinder, die bislang auf Förderschulen unterrichtet werden, an den normalen Schulen zu unterrichten. Allerdings gebe es zu viele unterschiedliche Auffassungen, was "das Modewort" ganz konkret für den Schulalltag bedeuten soll. In Mecklenburg-Vorpommern läuft allerdings seit Mitte 2010 auf Rügen ein Grundschulversuch zur Inklusion. Außerdem werden seit 2010 an allen Grundschulen des Landes vor allem lernschwache und verhaltensauffällige Kinder eingeschult, die früher auf Förderschulen gingen. Dies hat viele Lehrerinnen überfordert und viele Eltern verärgert.

Brodkorb ließ keinen Zweifel, dass er grundsätzlich die Inklusion für das richtige Modell einer modernen Schule festhält. "Aber wir dürfen eine gute Idee nicht kaputt machen, indem sie schlecht vorbereitet ist", sagte der SPD-Politiker. Die Leidtragenden wären die Lehrer und die Kinder. Damit kritisierte Brodkorb deutlich seinen Vorgänger Henry Tesch (CDU), ohne dessen Namen zu nennen.

Nun soll die Expertenkommission die Vorbereitung nachholen. Ihr gehören unter anderem vier Professoren und vier Schulleiter an. Geleitet wird sie von der Rostocker Bildungsprofessorin Katja Koch, die gleichzeitig zur "Inklusionsbevollmächtigte des Ministers" berufen wurde.

Koch sagte, sie freue sich, dass der bislang "schlingernde" Inklusions-Kurs in einen geraden überführt werden soll. Bis spätestens Ende 2012 sollen die Experten vorschlagen, was sich an den Schulen alles ändern muss, damit bis 2020 der Weg der Inklusion geebnet ist. Die endgültige Entscheidung soll in knapp zwei Jahren der Landtag treffen.

Vor Beginn des nächsten Schuljahres hofft der Minister zudem Kriterien aufstellen zu können, wann Kinder mit besonderem Förderbedarf an regulären Grundschulen oder aber an Förderschulen eingeschult werden. Die an vielen Grundschulen derzeit missliche Situation der Förderschüler kann laut Brodkorb nicht abrupt und auf einen Schlag geändert werden, ein "Schnellschuss" sei keine Lösung. Er verwies aber darauf, dass das Schulgesetz des Landes den gemeinsamen Unterricht von beeinträchtigen und anderen Kindern nur für den Fall vorschreibe, dass die jeweilige Schule und ihre Lehrer dafür geeignet sind.

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erstellt am 21.Dez.2011 | 12:32 Uhr

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