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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 15:23 Uhr

Komasaufen weit verbreitet

vom

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2012 | 08:06 Uhr

Berlin | Entwarnung bei Alkohol, Nikotin & Co.? Eine neue Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) kommt zum Ergebnis, dass heute ein deutlich geringerer Anteil der Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren raucht, trinkt, kifft. Ungetrübt ist die Bilanz nicht: Das Komasaufen ist bei jungen Erwachsenen erschreckend weit verbreitet. Hintergründe von Rasmus Buchsteiner:

Wie viele Jugendliche rauchen, trinken und kiffen?

2011 hatten laut Studie knapp 71 Prozent der Jugendlichen in Deutschland noch nie geraucht, 11,7 Prozent rauchten, 0,3 Prozent sogar stark (mehr als 20 Zigaretten täglich). Das entspricht einem neuen historischen Tiefstand. Zum Vergleich: Im Jahr 2001 lag die Raucherquote unter Jugendlichen noch bei 27,5 Prozent. Die Raucherquote in der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen ging seit 2001 von 44,5 Prozent auf 36,8 Prozent zurück.

Sinkt der Alkoholkonsum unter Jugendlichen wirklich?

Bei den Trinkgewohnheiten zeichnet sich eine Trendwende ab. Rund 14 Prozent der 12- bis 17-Jährigen trinken mindestens einmal öffentlich. 2001 waren es noch knapp 18 Prozent. Das Phänomen "Komasaufen", das in den letzten Jahren zunehmend Schlagzeilen gemacht hatte, scheint für Jugendliche an Reiz zu verlieren. Forscher verstehen unter "Komasaufen" den Konsum von mehr als fünf alkoholischen Getränken nacheinander. 2004 gaben noch 22,6 Prozent der Jugendlichen an, sich in den letzten 30 Tagen derart betrunken zu haben. 2011 waren es 15,2 Prozent. Auffällig: Bei den jungen Erwachsenen bis 25 Jahre ist der Anteil der "Rauschtrinker" mit knapp 42 Prozent (gegenüber 43,5 Prozent im Jahr 2004) weiter hoch.

Welche Rolle spielen illegale Drogen?

Knapp 17 Prozent der Jugendlichen bekamen schon einmal illegale Drogen angeboten. Zugegriffen haben 7,2 Prozent, 4,9 Prozent in den letzten zwölf Monaten, so die Studie. 0,9 Prozent der Jugendlichen konsumieren regelmäßig illegale Drogen. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Cannabis. Der Anteil jugendlicher Cannabiskonsumenten ist laut BZgA-Studie seit 2004 von 15 auf 6,7 Prozent gesunken.

Plant die Politik neue Verbote und Sanktionen?

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung setzt vorrangig auf Aufklärung und Präventionsprojekte. Änderungen am Jugendschutzgesetz sind aktuell nicht geplant. Dyckmans ist allerdings für Alkoholverbote in U-Bahnen. Und sie unterstützt Pläne von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner für ein umfassendes Tabakwerbeverbot.

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