FC Hansa Rostock : „Können wirklich oben mitspielen"

Trainer-Sohn Patrick Wolf (r.) trifft zur 1:0-Führung im gestrigen Benefizspiel gegen Bundesligist VfB Stuttgart. Foto: Andy Bünning
Trainer-Sohn Patrick Wolf (r.) trifft zur 1:0-Führung im gestrigen Benefizspiel gegen Bundesligist VfB Stuttgart. Foto: Andy Bünning

Der Fußball-Drittligist hat Sonntag mit einem hochverdienten 1:1 gegen den VfB Stuttgart aufhorchen lassen. Nummer eins im Tor ist wieder Kevin Müller. Für die Führung hatte Trainer-Sohn Patrick Wolf gesorgt.

svz.de von
15. Juli 2012, 07:42 Uhr

Rostock | Fußball-Drittligist FC Hansa erreichte gestern bei seiner Generalprobe für die Saison 2012/13 gegen den VfB Stuttgart (1. Bundesliga) ein 1:1 (1:0), war sogar dem Sieg nahe. Knapp eine Woche vor dem Auftakt-Duell mit den Stuttgarter Kickers zeigten die Rostocker eine disziplinierte, hoffnungsvolle Leistung. Die Torwartfrage wurde zu Gunsten von Kevin Müller entschieden.

Vor vier Jahren begegneten sich FCH und VfB letztmals auf erstklassigem Niveau. Daheim war den Mecklenburgern im Hinspiel am 29. September 2007 ein 2:1-Sieg gelungen, doch am Ende folgte der Abstieg. In Stuttgart hieß es seinerzeit, im März 2008, 1:4, und in beiden Partien traf ein gewisser Gomez (jetzt Bayern München) für die Schwaben, während von den damals eingesetzten Hansa-Profis heute - vor der zweiten Saison in der zum wiederholten Mal nur noch 3. Liga - keiner mehr da ist.

Trainer-Sohn bringt die "Ostsee-Zebras" in Führung

Das Team 2012/13 wusste gestern zu gefallen. Zwar ließ der Favorit aus dem Süden die Kugel ausgiebig durch die eigenen Reihen zirkulieren, aber die blau-weißen "Ostsee-Zebras" standen defensiv kompakt, hatten immer noch rechtzeitig ein Bein dazwischen bzw. Müller spielte klug mit und bereinigte gegen Harnik (5., 6.). Zudem näherte sich der Gastgeber zunehmend dem VfB-Strafraum an. Albrecht schickte einen ersten Warnschuss ab (10.). Lartey zwang nach schöner Vorarbeit von Albrecht und Jordanov Stuttgarts Keeper Ulreich zur Parade. Die anschließende Ecke führte Lartey flach aus zu Holst, der direkt weiterleitete genau vor die Füße von Trainer-Sohn Patrick Wolf - 1:0 (16.).

Die Roten schienen vom Rückstand ernsthaft erschüttert und verloren den Faden. In der Folge die Rostocker dem 2:0 deutlich näher als die Gäste dem Ausgleich. So musste Ulreich erneut all sein Können abrufen, um Larteys Knaller zu entschärfen; im Nachsetzen verfehlte Albrecht aus spitzem Winkel den Kasten (25.). Vorausgegangen war eine großartige Szene des Franzosen Mendy, der Niedermeier davonrannte und exakt zum Abschluss auflegte.

Die zweite Hälfte bestritt der gegenüber Hansa im Vorbereitungsstand noch weit "zurückhängende" VfB mit einer komplett neuen Elf. Diese kam durch einen von Ibisevic verwandelten Strafstoß zum 1:1, nachdem Holst im Strafraum an den Oberarm geschossen und dies von Schiedsrichter Rohde (Rostock) als Handspiel gewertet worden war (55.). Gleichwohl suchte der Drittligist weiter mutig den Weg nach vorn - wie Starke, der bei seinem sehenswerten Solo erst von Innenverteidiger Rüdiger auf Kosten einer Ecke aufgehalten werden konnte (65.). Auch ein Freistoß von Lartey (73.) und ein Konter, den Starke abschloss (87.), brachten Gefahr. Außerdem hätte es kurz vor Schluss Handelfmeter für den FCH geben können. Coach Wolfgang Wolf: "Wir wollen das nicht überbewerten, aber die Mannschaft hat schon gut dagegengehalten und einen Schritt nach vorn gemacht. Der Kader ist ziemlich ausgeglichen. Ich habe viele Alternativen und denke, wir kriegen eine Truppe auf das Feld, die in der 3. Liga wirklich oben mitspielen kann."


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