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Mecklenburg-Vorpommern

13. Dezember 2017 | 04:36 Uhr

Köche und Kellner gesucht

vom

svz.de von
erstellt am 11.Mai.2010 | 08:56 Uhr

Schwerin | Zwei Monate vor Schuljahresende suchen Firmen noch nach etwa 5700 Lehrlingen. "Die Situation hat sich völlig gedreht. Aus einem Mangel an Ausbildungsplätzen ist ein Mangel an Bewerbern geworden", sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) gestern. Er nutzte den "Tag des Ausbildungsplatzes", um an Unternehmer zu appellieren, auch Schulabgängern mit schwächeren Noten eine Ausbildung zu bieten. Jugendliche sollten ihre Chancen in heimischen Firmen und Einrichtungen nutzen, statt in andere Bundesländer zu gehen.

Laut Seidel waren Ende April landesweit 8800 Ausbildungsstellen gemeldet, die erst zu einem Drittel besetzt waren. Knapp 7000 Jugendliche hätten sich als Bewerber registrieren lassen. Erstmals gebe es mehr betriebliche Lehrstellen als Bewerber.

Für die Tourismusbranche, eines der wichtigsten wirtschaftlichen Standbeine des Landes, stellte Seidel Richtlinien für regional gültige Mindestlöhne in Aussicht: "Wenn es nach mir geht, dann werden Untergrenzen für allgemeinverbindlich erklärt. Wir brauchen aber mehrere dazu." Wegen der vergleichsweise schlechten Bezahlung im Land ziehen junge Leute häufig einen Ausbildungsplatz in anderen Bundesländern vor und gehen so häufig auf Dauer dem Arbeitsmarkt im Nordosten verloren.

Wie der Chef Arbeitsagentur Nord, Jürgen Goecke, sagte, waren im April in MV noch 561 Koch- und 444 Kellner-Lehrstellen nicht besetzt. Auf der Rangliste der freien Lehrstellen folgen Hotelfachfrau, Kaufmann im Einzelhandel, Fachverkäufer in der Bäckerei, Lagerarbeiter, Kellner, Mechatroniker und Verkäuferin.

Die Schulabgängerzahl im Land habe sich von jährlich 30 000 auf inzwischen 11 000 verringert. In der Tourismusbranche insgesamt würden 1680 offenen Stellen gerade 300 Bewerber gegenüberstehen. "Viele Betriebe haben immer noch nicht erkannt, wie heftig der Wind gedreht hat", stellte Goecke fest. Seinen Angaben zufolge besuchten Mitarbeiter der Arbeitsagenturen am Dienstag Betriebe. Sie hätten den "Tag des Ausbildungsplatzes" genutzt, um Lehrstellen einzuwerben und um Kandidaten direkt unterzubringen.

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