zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

19. August 2017 | 20:49 Uhr

Politik MV : Koalitionskrach um Kita

vom
Aus der Onlineredaktion

CDU setzt Verhandlungen um Kita-Ausbildung aus. Linke fordert Neustart

Die überraschende Einigung in der SPD bei den noch strittigen Fragen der neue Erzieherinnenausbildung in den Kita und die öffentlichen Stellungnahmen dazu gestern in unserer Zeitung führte zu heftigen Eruptionen zwischen den Koalitionspartnern CDU und SPD. Der kleinere Koalitionspartner setzte die für gestern anberaumte Beratung mit der SPD umgehend aus. Es war von heftiger Verstimmung in der Fraktion und vielen Telefonaten mit der SPD die Rede.

CDU-Fraktionsgeschäftsführer Torsten Renz: „Ich war schon überrascht, von angeblichen Verhandlungsergebnissen im Bereich der Kita-Ausbildung heute aus der Zeitung zu erfahren. Wir versuchen seit Wochen, mit unserem Koalitionspartner ein Gesamtpaket zu verhandeln, was bislang an der SPD scheiterte. Einen für heute vorgesehenen Termin haben wir daher abgesagt und setzen auch weitere Verhandlungen vorerst aus.“ Nun soll ein Schlichtungsgespräch zwischen CDU-Fraktionschef Vincent Kokert und der designierten Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) die Verhandlungen wieder in Gang bringen. „Die CDU lässt sich nicht gefallen, dass der neue Stil zwischen den Koalitionspartnern Koch und Kellner bedeutet“, so ein Abgeordneter verärgert.

Von der Gewerkschaft kam hingegen großes Lob für die neuen SPD-Vorschläge, was sowohl die Gleichstellung der neuen Erzieherinnenausbildung mit der bisherigen beinhaltet sowie die Anrechnung auf den Betreuungsschlüssel. „Unsere Argumente und Aktionen haben augenscheinlich etwas bewirkt“, lobte die GEW-Landesvorsitzende Annett Lindner. „Ein zentrales Anliegen in den Gesprächen war es, dass die praxisintegrierte Ausbildung zum Berufsabschluss staatlich-anerkannte Erzieherin führt.“ Die Gewerkschaft hatte eine Schlechterstellung der Absolventen nach der dreijährigen Ausbildung gefürchtet.

CDU und SPD wollen, dass das neue Gesetz schon für das neue Ausbildungsjahr gilt. Es wird geprüft, ob die Bewerbungsfrist für die ersten 125 Ausbildungsplätze verlängert werden kann. Deshalb muss eine Einigung gefunden werden. Eine noch offene Forderung der CDU ist, dass nicht nur staatliche Berufsschulen sondern auch „den Freien Schulträgern die Möglichkeit eingeräumt werden, diese neue Ausbildungsform anzubieten“.

Die Linksfraktionschefin Simone Oldenburg forderte einen Neustart. Der Gesetzentwurf solle sorgfältig überarbeitet werden.

 

Kommentar "Sturm im Wasserglas" von Max-Stefan Koslik

CDU und SPD sind bei der neuen Kita-Ausbildung  so nahe beieinander, dass die gestrige Reaktion kaum nachvollziehbar  ist. Es gibt bereits Bewerber auf die ersten  Ausbildungsplätze. Die Koalition muss liefern!

 Das wissen auch  Renz und  Kokert. Es sei denn, es geht es darum, der SPD und der künftigen Ministerpräsidentin  einen Vorgeschmack darauf zu liefern, wie der Ton künftig  sein wird. Kokert wird bei den nächsten Wahlen Schwesigs Konkurrent sein.

 

zur Startseite

von
erstellt am 15.Jun.2017 | 21:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen