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Pendler und Käufer blockieren Stellplätze : Knöllchenärger bei Anwohnern der Feldstadt

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Durch Pendler, Kunden und Mitarbeitern des Schlosspark-Centers ist das Parken für Anwohner nicht möglich. Wenn sie auch nur ihre Einkäufe ausladen wollen und dazu auf den Gehweg fahren, dann werden Knöllchen verteilt.

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erstellt am 25.Nov.2011 | 08:56 Uhr

Feldstadt | Klaus Petau ist sehr aufgebracht: "Hier gibt es bald eine Revolution!" Sein Problem: Für ihn als Anwohner wird das Parken in der Voßstraße immer schwieriger. Und ringsum sieht es nicht besser aus. Die Stellplätze sind belegt von "Utdörpschen", von Pendlern aus dem Umland, die ihr Auto in der Nähe des Bahnhofes "Mitte" abstellen, von Kunden und Mitarbeitern des Schlosspark-Centers, von Autofahrern, die der neu eingerichteten Parkzone in der Friedensstraße ausweichen. Die Folge: Wenn Anwohner auch nur kurz ihre Einkäufe ausladen wollen und dazu auf den Gehweg fahren - schon ist eine Politesse da und verteilt ein Knöllchen. "Ich habe keine acht Minuten gestanden, und schon steckte ein Zettel hinter dem Scheibenwischer", beklagt Petau. "Ich sehe ja ein, dass ich da nicht lange stehen darf, aber ein paar Minuten müssen doch möglich sein. Die Politessen könnten ruhig ein wenig mehr Toleranz an den Tag legen."

Ordnungsamtsleiterin Gabriele Kaufmann sieht da aber keinen Spielraum. "Wo fang ich an, wo hör ich auf?" Für das gesamte Stadtgebiet gelten dieselben Rege ln, sagt sie "Und die sind nach der Straßenverkehrsordnung eindeutig." Danach gilt: Wer länger als drei Minuten hält, der parkt. Klaus Petau berichtet da aber anderes. "Mir hat die Politesse gesagt, dass man ein Knöllchen bekommt, sobald man das Auto verlassen hat. Das kann doch nicht sein!" Er möchte wenigstens so viel Zeit bekommen, dass er seinen Wagen entladen kann. "Dann fahre ich auch sofort wieder weg." Das glaubt Gabriele Kaufmann gern - nur "machen das alle so?" Den Beobachtungen des Ordnungsdienstes nach jedenfalls nicht.

Und das Parkplatzproblem in der Voß-, Von-Thünen- oder Fritz-Reuter-Straße wird sich noch verschärfen. "Im Weihnachtsgeschäft wird es hier noch enger", ist sich Klaus Petau sicher. "Durch die Ausweisung von immer mehr Anwohnerparkzonen weichen die Leute doch dahin aus, wo sie zentrumsnah einen kostenlosen Stellplatz finden."

Eine Verschärfung der Situation erwartet Gabriele Kaufmann auch, wenn im kommenden Jahr in der gesamten Innenstadt Parkzonen ausgewiesen werden. "Dann wird sich die ganze Sache weiter verlagern."

Die Ordnungsamtschefin stemmt sich aber gegen den Vorwurf, die Politessen würden bewusst auf Falschparker warten. "Jeder Vorgang dauert ein paar Minuten - da sieht man doch die Außendienstmitarbeiter und kann rechtzeitig wegfahren." Außerdem seien die Politessen geschult und würden schon flexibel agieren.

Mehr Knöllchen als anderswo in der Stadt gibt es rund um die Voßstraße auch nicht. "Im Jahr müssen wir im gesamten Stadtgebiet etwa 50 000 Strafzettel verteilen. Für 2011 waren es in dem genannten Bereich bis heute genau 615", sagt Gabriele Kaufmann. Die Gründe für diese Strafmandate: Zuparken von Feuerwehrzufahrten, Blockieren von Behindertenparkplätzen, Parken auf dem Gehweg, so die städtische Statistik.

Klaus Petau hat derweil eine - nicht ganz ernst gemeinte - Idee entwickelt: Den Beruf des "Parkverhinderungsagenten". "Der bleibt im Auto sitzen und bekommt dafür vier Euro. Dann kann er der Politesse erklären, dass er gerade gekommen ist, und billiger als ein Knöllchen ist das auch noch."

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