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Verkehrssünden werden in MV gnadenlos geahndet : Knöllchen-Rekord: Städte kassieren Millionen

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In Schwerin hat sich der Einsatz von elf neuen Mitarbeitern gelohnt: Knapp 88 000 Knöllchen wurden 2011 verteilt. Statisch gesehen ist somit fast jeder Schweriner Einwohner einmal beim Falschparken erwischt worden.

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erstellt am 12.Feb.2012 | 07:11 Uhr

Schwerin/Rostock | In Schwerin hat sich der Einsatz von elf neuen Mitarbeitern im Ordnungsamt gelohnt: Knapp 88 000 Knöllchen wurden im vorigen Jahr verteilt. Statisch gesehen ist somit fast jeder Schweriner Einwohner einmal beim Falschparken erwischt worden. Im Jahr 2010 waren es weit unter 50 000 Strafzettel, teilte die Stadtverwaltung mit. Dafür wurden weniger Autofahrer bei Raserei oder Rotlichtfahrten erwischt. Die Gesamteinnahmen durch alle Verkehrssünder lagen in der Landeshauptstadt mit 2,6 Millionen Euro rund 44 000 Euro über den Einnahmen von 2010.

Anders in Neubrandenburg. Hier wurden seit 2009 immer weniger Buß- und Verwarngelder verhängt. Letztes Jahr hatten Verkehrssünder 834 000 Euro bezahlt, zwei Jahre zuvor waren es 42 000 Euro mehr.

In Stralsund bleiben die Falschparker ein Problem. "Statistisch gesehen ist täglich ein Autofahrer erwischt worden, der illegal auf einem Behindertenparkplatz stand", sagte Stralsunds Sprecher Peter Koslik. Von den 60 750 Verstößen im Straßenverkehr insgesamt seien die Hälfte Falschparker. Eingenommen habe Stralsund letztes Jahr knapp 1,2 Millionen Euro. Das sei der höchste Wert seit vier Jahren.

Den immer wiederkehrenden Vorwurf der "Abzocke" wies Koslik zurück: Die Ausgaben für die sieben Stralsunder Politessen und das Überwachungsmaterial lägen mit einer Million Euro nur wenig unter den Einnahmen.

In Greifswald wurden voriges Jahr fast 240 000 Euro weniger eingenommen als im Haushalt geplant. Gut 692 000 Euro habe die Hansestadt aus Bußgeldern erzielt. Damit seien nicht einmal die Kosten für die Verkehrsüberwachung von fast 720 000 Euro gedeckt worden, sagte eine Sprecherin. Rund 27 600 Knöllchen wurden von den fünf Greifswalder Politessen verteilt, 6000 mehr als im Jahr 2010. 7800 Mal blitzte es, 63 Mal davon an roten Ampeln. Noch im Jahr 2008 gab es in Greifswald dreimal mehr Rotlichtsünder.

2011 hat Rostock als größte Stadt im Land ein Vier-Jahres-Hoch der Verkehrsverstöße verzeichnet. Mehr als 151 000 Verfahren wurden bearbeitet. Im Jahr 2010 waren es 21 000 Verstöße weniger. Die genaue Höhe der Einnahmen hat die Hansestadt noch nicht bekanntgegeben. Gerechnet wurde in den Vorjahren stets mit etwa drei Millionen Euro.

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