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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 09:45 Uhr

Böller-Verbot? : Knaller und Knalltüten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Grünen-Politiker will laute Böller wegen Terror verbieten.

svz.de von
erstellt am 02.Dez.2015 | 21:00 Uhr

Silvesternacht. Raketen fliegen. Böller krachen. Was für viele das Highlight am Ende des Jahres ist, hält der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele nach den Pariser Anschlägen für keine gute Idee. Er schlägt ein Verbot von besonders großen und lauten Knallern vor, um bei den Leuten nicht zusätzlich Angst vor Anschlägen zu schüren. „Die Leute wissen ja nicht, was das ist, was so fürchterlich bumst“, sagte er gestern. „Sinnvoll ist ein Verbot von größeren Feuerwerkskörpern mit der drei- bis zehnfachen Knallkraft normaler Böller.“ Auch eine Ausweitung von „knallfreien Zonen“ findet Ströbele ratsam.

Ein Böller-Verbot nach niederländischem Verbot? In den Sozialen Netzwerken gibt es viel Spott, auch von Parteifreunden. „Absurder geht es nicht mehr,“ sagte Burkhard Lischka, der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion unserer Redaktion. „Wenn Herr Ströbele nicht mehr einfällt, wie man der terroristischen Bedrohung begegnen kann, als den Bürgern das Abbrennen von Feuerwerkskörpern am Jahresende zu verbieten, spricht das Bände.“

Die innenpolitischen Sprecherin der Linken-Fraktion, Ulla Jelpke, reagiert mit Humor: Vielleicht solle man auch gleich noch über eine EU-Verordnung zu Lärmschutzmaßnahmen für knallende Sektkorken nachdenken. „Wichtiger als knallfreie Zonen wären allerdings knalltütenfreie Zonen“, so Jelpke. Ein Silvester ohne Böller – wie ein Weihnachten ohne Geschenke? Schon einmal gab es einen Vorschlag wie von Ströbele: vor 14 Jahren, nach den Anschlägen vom 11. September. Auch damals traf er auf wenig Zustimmung. Nachgefragt bei den Herstellern, verwies der Verband der pyrotechnischen Industrie auf die Gesetzlage und erklärte, die Feuerwerkskörper, die Ströbele meine, seien in Deutschland ohnehin bereits illegal.  


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