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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 01:52 Uhr

Insa-Umfrage : Kluft zwischen Land und Bund

vom
Aus der Onlineredaktion

SPD und CDU legen laut Umfrage in MV zu. Für den Bund sehen MV-Wähler AfD vor SPD

svz.de von
erstellt am 24.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Die Wähler in Mecklenburg-Vorpommern unterscheiden laut einer aktuellen Umfrage bei den Parteien deutlich zwischen Land und Bund. Von dieser Kluft sind vor allem CDU, SPD und AfD betroffen. Zu diesem Ergebnis kam eine repräsentative Insa-Umfrage mit 1600 Bürgern des Landes im Auftrag des Nordkurier.

Wäre Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, würde sich die CDU den zweiten Platz zurückerobern. Laut Umfrage würden 22 Prozent ihr Kreuz bei den Christdemokraten machen, ein Plus von drei Prozent seit der Landtagswahl. Die AfD liegt mit 20,5 Prozent stabil bei ihrem Ergebnis vom September 2016 (20,8 Prozent), fällt aber hinter die CDU auf Platz Drei zurück. Stärkste Kraft in Mecklenburg-Vorpommern bliebe mit Abstand die SPD, die sich verbessert und auf 31,5 Prozent (2016: 30,6) klettert. Die Werte der Linken (13,5 Prozent), Grünen (4,5 Prozent) und FDP (3,5 Prozent) blieben nahezu konstant.

Das Insa-Institut befragte die Bürger aus MV auch zur Bundestagswahl. Würde ausschließlich Mecklenburg-Vorpommern am nächsten Sonntag den Bundestag wählen, unterschiede sich das Ergebnis deutlich von deutschlandweiten Umfragen. Die CDU-Bundespartei bekäme 32 Prozent, vor vier Jahren waren es noch 42,5 Prozent. Eine Kluft zum aktuellen deutschlandweiten CDU-Ergebnis: Dort stieg die Partei laut letzten Umfragen auf 40 Prozent. Die Verluste der CDU sind den Zugewinnen der AfD geschuldet. Diese springt von 5,6 Prozent im Jahr 2013 auf 22 Prozent. Im bundesweiten Durchschnitt ist die AfD schwächer und kommt gerade mal auf 8 Prozent. Die Stimmen für die Linke brechen ein. Die Partei erhielte nun 13 Prozent, von ehemals 21,5 Prozent. Die SPD würde um 3,2 Prozentpunkte auf 21 Prozent zulegen. Die FDP erhielte 5, die Grünen kämen auf 4 Prozent. „Die Krise der AfD-Bundespartei ist in Mecklenburg-Vorpommern nicht angekommen. Die AfD profitiert von dem Protestpotenzial, das früher die Linke für sich nutzte. Die Wähler in MV unterscheiden zwischen Land und Bund, was man an der starken Landes-SPD erkennen kann“, erläutert Politikwissenschaftler Jan Müller. Die Meinungsumfrage hat die Parteien nachdenklich gestimmt. „Das Umfrageergebnis auf Landesebene ist auch der Tatsache geschuldet, dass die CDU im Land nach der schwierigen Landtagswahl im letzen Jahr sich erst einmal neu sortieren musste“, sagte CDU-Generalsekretär Wolfgang Waldmüller gestern in Schwerin. Die SPD-Landesvorsitzende Manuela Schwesig freute sich über die Umfrage: „Um weiter zuzulegen, werden wir einen engagierten Wahlkampf führen.“ Die Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag, Simone Oldenburg, sagte, es handele sich um eine Momentaufnahme, die man ernst nehme. „Wir müssen in den kommenden Wochen noch deutlicher machen, dass die AfD keine Alternative ist – allenfalls eine unsoziale“, sagte sie. AfD-Fraktionschef Leif-Erik Holm sprach dagegen vom besten AfD-Wert bundesweit.



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