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Box-Champion schlägt zu : Klitschko ersteigert sich einen Lewitz-Schecken

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Bei einer Pferde-Verkaufsbörse in Ankum bei Osnabrück bekam Wladimir Klitschko den Zuschlag für ein Pony aus der Zucht von Paul Schockemöhle im Gestüt Lewitz bei Neustadt-Glewe.

Ankum/Neustadt-Glewe | Wladimir Klitschko hat doch noch zugeschlagen - allerdings nicht im Boxring! Nach verletzungsbedingter Absage seines WM-Kampfes am vergangenen Sonnabend gegen Jean-Marc Mormeck (Fra) - ein Nierenstein stoppte den Champion - besuchte der jüngere der die Profi-Schwergewichtsszene beherrschenden Klisch-K.o-Brüder zusammen mit seinem ukrainischen Landsmann Alexandre Onishenko die PSI Performance Sales International in Ankum bei Osnabrück. Dort findet alljährlich die große Pferde-Verkaufsbörse von Paul Schockemöhle und Ullrich Kasselmann statt.

Mulitimilliardär Onishenko, in der Rohstoffbranche tätig und zugleich der Gründer und Finanzier des ukrainischen Reitteams, träumt von der Olympiateilnehmer seines Landes im Parcours und animiert dafür immer wieder neue internationale Top-Reiter zu einem Nationenwechsel. Aus Deutschland sind es aktuell Björn Nagel und Katharina Offel, die seit einigen Jahren bereits für das osteuropäische Land starten. Allerdings gilt der "Reit-Abramowitsch", der selbst im Sattel zu erleben ist und der auch schon beim Redefiner Pferdefestival startete, als schwierig und sprunghaft. So reitet Offel seit Oktober seine Pferde nicht mehr…

Spitzensport und Wirtschaftsmagnaten sind in der Ukraine eng verflochten. Und so kennen sich Wladimir Klitschko und dessen älterer Bruder Vitali sowie Onishenko denn auch seit längerem. Und so war der gemeinsame Auftritt von Dreifach-Weltmeister Wladimir Klitschko (IBF, WBO, WBA - er hat auch den Gürtel des nichts so bedeutenden IBO-Verbandes) und Onichenko in Ankum nichts Besonderes.

Bei der Gelegenheit hob der Faustkampf-König den Arm und schlug bei einer Charity-Versteigerung, die es bei PSI bereits seit über einem Jahrzehnt gibt, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Er ist jetzt jetzt Eigentümer eines Lewitzer Schecken, zum anderen geht das Salär in die Krebsforschung und Aufklärung in Sachen Brustkrebs.

Bieterduell: Zuschlag für 30 000 Euro

Für stolze 30 000 Euro bekam Klitschko den Zuschlag für das einjährige Pony "Call Me Pink" aus der Zucht von Paul Schockemöhle im Gestüt Lewitz bei Neustadt-Glewe. Zuvor hatte sich in der mit rund 1500 Gästen gefüllten Ankumer Auktionshalle ein echter Bieter-Zweikampf mit dem russischen Kaufmann Nikolai Aristov abgespielt. Damit niemand als Verlierer aus dem Ring gehen musste, hatten die Gastgeber Schockemöhle und Kasselmann ein zweites Pony parat, das für 27 000 Euro an Aristov ging. So kamen insgesamt 57 000 Euro für die Charity-Aktion "Pink Ribbon" zusammen.

Was macht Klitschko nun mit seinem neuen Freund "Call Me Pink", dem Lewitz-Schecken? Reiten auf dem Pony, auch wenn’ s ausgewachsen sein sollte, verbietet sich angesichts der 110 Kilo des Box-Champs. "Was er mit dem Schecken macht, weiß er bestimmt noch nicht, das Pony steht noch bei uns. Es war eine ganz spontane Aktion von Wladimir Klitschko", betont Bettina Schockemöhle. gestern auf Nachfrage.

Die Lewitzer Ponys, deren Wiege in den 70er Jahren im VEG Tierzucht Neustadt-Glewe, dem Verläufer des heutigen Gestüts Lewitz, stand, sind in Mecklenburg inzwischen als eigenständige Ponyrasse mit Zuchtbuchordnung anerkannt. Auf dem Schockemöhle-Gestüt mit insgesamt 3500 Pferden und an die 600 bis 700 Fohlen jährlich gibt es, was die Lewitz-Schecken betrifft nur eine Miniherde: bestehend aus zwei Stuten einem Hengst und einer Handvoll Nachkommen.

Der Umsatz bei der Ankumer Auktion betrug in diesem Jahr nach Auskunft der Lewitz-Gestütes 12,7 Millionen Euro. Von den den insgesamt 47 versteigerten jungen Reitpferden im Alter von vier bis acht Jahren (Schnitt 121000 Euro) war fast die Hälfte in der Lewitz gezogen worden bzw. dort als Aufzucht.

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erstellt am 13.Dez.2011 | 06:36 Uhr

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