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Gesundheitswesen : Klinikärzte dringend gesucht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In Krankenhäusern des Landes 180 freie Stellen vom Assistenten bis zum Chefarzt / Werbetour für Medizinstudierende startet heute

Ärzte werden mehr und mehr zur Mangelware – nicht nur für Niederlassungen, sondern auch in Kliniken des Landes wird dringend Nachwuchs gesucht. 180 Stellen sind dort nach Angaben der Krankenhausgesellschaft MV (KGMV) derzeit frei – gesucht wird die ganze Bandbreite vom Weiterbildungsassistenten bis zum Chefarzt. „Der größte Bedarf besteht in den Fachrichtungen Chirurgie und Innere Medizin“, so KGMV-Geschäftsführer Wolfgang Gagzow. „Aber auch an den psychiatrischen Kliniken bzw. Klinikabteilungen im Land werden viele Fachärzte gesucht.“

Um Medizinstudierende aus den beiden im Land ansässigen Fakultäten für eine Karriere an Krankenhäusern im Nordosten zu interessieren, startet die KGMV heute schon zum dritten Mal ihre „Med-Ahoi-Tour“. An insgesamt acht Tagen können interessierte Studentinnen und Studenten dabei je drei von im Ganzen 24 Krankenhäusern im Land kennenlernen. Zum Auftakt stehen das Kreiskrankenhaus Demmin, das DRK-Krankenhaus in Neustrelitz und die Asklepios Klinik Pasewalk auf dem Programm.

Bis zum 22. Mai starten dann weitere sieben Mal (Klein-)busse aus Greifswald und Rostock zu den ganztägigen Touren. Bisher haben sich mit 40 Nachwuchsmedizinern bereits zehn mehr angemeldet, als im ganzen vergangenen Jahr an der „Med-Ahoi-Tour“ teilgenommen hatten. Es würde sich, so Gagzow, offenbar herumsprechen, dass es auf den Informationstouren Auskünfte aus erster Hand gebe. „Wir setzen darauf, dass der eigene Augenschein oft überzeugender ist als jede Informationsbroschüre“, so der KGMV-Geschäftsführer. Zumal Teilnehmer auch auf ganz persönliche Fragen Antworten bekämen: Wie sieht es mit Arbeitsmöglichkeiten für den Partner aus? Gibt es in Kliniknähe Kinderbetreuungsmöglichkeiten? Wie ist es um das Freizeitangebot im Ort bestellt? Weil diese „weichen“ Faktoren im Wettbewerb um Medizinernachwuchs zunehmend ein Rolle spielen, unterbreiten die Krankenhäuser auch zunehmend individuelle Angebote: Die einen locken mit Plätzen in einer 24-Stunden-Kita, andere unterstützen bei der Wohnungssuche.

Generell spreche eine Menge dafür, hier im Land Krankenhausarzt zu werden, so Gagzow: „Unsere Kliniken sind bundesweit herausragend, sowohl was die Ausstattung als auch was die Ausbildung der Mitarbeiter betrifft.“ Dass in dem dünn besiedelten Land quasi jeder jeden kennt, mache die Kommunikation einfacher. Und nicht zuletzt werde die lebenswichtige Arbeit von Ärzten auch angemessen vergütet.

Zwar würde jedes Haus am liebsten fertig ausgebildete Fachärzte einstellen, es setze sich aber zunehmend die Erkenntnis durch, dass es durchaus lohnen könne, junge Mediziner nach dem Grundstudium in einer bestimmten Fachrichtung weiterzubilden. „Denn in dieser Lebensphase gründen sie oft eine Familie – stimmt dann das Umfeld, ist der Ort, an dem sie ihre Weiterbildungsassistenz absolvieren, deshalb sehr oft auch der, an dem die Fachärzte bleiben“, weiß Gagzow.

Einen Wettbewerb mit der Kassenärztlichen Vereinigung, die zusammen mit den Kommunen ebenfalls um Ärzte wirbt, sieht er nicht: „Wir sprechen ganz unterschiedliche Personenkreise an: Wer ein Einzelkämpfer ist, gern selbstständig arbeiten möchte und sich von administrativen Aufgaben nicht abschrecken lässt, der wäre im Krankenhaus todunglücklich. Wer dagegen eher ein Teamarbeiter ist, wer forschen und auf der Karriereleiter vorankommen möchte, der wird sich in einer eigenen Praxis nicht wohlfühlen.“

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erstellt am 09.Apr.2014 | 07:56 Uhr

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