Ratzeburg/Rehna : Kleinkind in letzter Minute gerettet

In diesem Wohnhaus in Ratzeburg war ein Kind allein gelassen worden. Michael Stein half dem Jungen zusammen mit dem Rettungsdienst. Fotos: Nimtz
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In diesem Wohnhaus in Ratzeburg war ein Kind allein gelassen worden. Michael Stein half dem Jungen zusammen mit dem Rettungsdienst. Fotos: Nimtz

Ein zweineinhalbjähriger Junge konnte aus einer verqualmten Wohnung in Ratzeburg gerettet werden. Zwei aufmerksame Hausbewohner hörten einen Rauchmelder in dem Mehrfamilienhaus Alarm schlagen.

svz.de von
07. Juli 2012, 04:07 Uhr

Ratzeburg/Rehna | Ein zweineinhalbjähriger Junge konnte aus einer verqualmten Wohnung in Ratzeburg gerettet werden. Zwei aufmerksame Hausbewohner im Alter von 51 und 30 Jahren hörten in der Nacht zum Freitag einen Rauchmelder in dem Mehrfamilienhaus Alarm schlagen. Der 51- Jährige informierte sofort die Rettungsleitstelle. Die beiden Männer hatten dann hinter der Tür der Wohnung Geräusche gehört. Offenbar befand sich noch ein Kind in der Wohnung. Es hörte sich für die Männer so an, als wenn es versuchen würde, die Tür allein zu öffnen. Die Feuerwehr Ratzeburg rückte mit etwa 30 Einsatzkräften an, auch eine Rettungswagenbesatzung, ein Notarzt sowie eine Streifenwagenbesatzung eilten zum Ort des Geschehens.

Die Besatzung des Rettungswagens öffnete gewaltsam die Wohnungstür, weil sie ebenfalls Geräusche dahinter vernahm. Hinter der Tür stand der zweineinhalbjährige Junge, den die Rettungskräfte sofort in ihre Obhut nahmen. Auch der Familienhund, ein Rottweiler, lief ihnen sofort aus der Wohnung entgegen und brachte sich in Sicherheit. Es drang Qualm aus der Wohnung, wobei ein offenes Feuer nicht zu erkennen war.

Der Auslöser der Rauchentwicklung war der angestellte Herd. Die Metallabdeckungen auf den Herdplatten hatten sich stark erhitzt, so dass sich ein beißender Qualm entwickelte. Ein Feuer hatte er nicht entfacht. Weitere Personen befanden sich zu der Zeit nicht in der Wohnung.

Die Feuerwehr brachte den Herd nach draußen und stellte ihn auf dem Rasen vor dem Haus ab. Anschließend musste die Wohnung gut durchgelüftet werden. Ein Gebäudeschaden entstand nicht. Die Wohnung war nach dem Lüften wieder bewohnbar. Möglicherweise hatte das Kind an den Herdknöpfen herumgedreht.

Der kleine Junge wurde nach der ersten Versorgung vor Ort mit dem Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht. Weitere Bewohner, acht Erwachsene und vier Kinder, konnten das Haus unverletzt verlassen. Zwei Polizeibeamtinnen, hatten sich im Krankenhaus untersuchen lassen, da der Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung bestand. Sie sind weiterhin dienstfähig. Der Hund war nach bisherigen Erkenntnissen unverletzt. Zu dem Gesundheitszustand einer freilaufenden Bartagame (Echsen- leguanartig, werden ca. 30 bis 60 Zentimeter lang), die offenbar ebenfalls noch in der Wohnung war ist derzeit nichts bekannt.

Zu dem Zeitpunkt, als das Kind von den Rettungskräften zum Rettungswagen gebracht wurde, erschien plötzlich die 21- jährige Mutter des Jungen. Nach aktuellem Ermittlungsstand war die junge Frau mit ihrem 27- jährigen Freund aus Rehna gegen 21 Uhr nach Lübeck gefahren. Die Mutter hatte möglicherweise versäumt, dem 27-Jährigen mitzuteilen, das das Kind ohne Aufsicht in der Wohnung war.

Die Polizei in Ratzeburg informierte sofort den Jugendnotdienst. Das Jugendamt ist eingeschaltet. Die 21- Jährige hatte mit ihrem Sohn gestern nach der Untersuchung des Kindes das Krankenhaus verlassen. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts der Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht.


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