Spendenaktion des medienhaus:nord : Kleine Päckchen bringen große Freude

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Schenken Sie Kindern eine Weihnachtsüberraschung: Kita-Erzieherinnen über die Arbeit in sozialen Brennpunkten und wie Kinder bessere Chancen bekommen.

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21. November 2015, 07:00 Uhr

Das kleine Herz schlägt schneller. Unter raschelndem Papier kommt ein Geschenk zum Vorschein und zaubert ein breites Lächeln – für die Kleinsten sind Geschenke das Größte, zeigen sie doch „Ich hab an dich gedacht!“. Aber das ist nicht jedem Kind vergönnt. Manche Eltern können es sich nicht leisten, andere legen weniger Wert darauf. Bei unserer Verlagsaktion „Weihnachtspäckchen für Kinder“ wollen wir das ein wenig auffangen mit Ihrer Hilfe, liebe Leserinnen und Leser. Schenken Sie mit kleinen Päckchen große Freude!

Darüber würden sich auch die Kinder der Kita am Wäldchen freuen. 208 Knirpse spielen und lernen im Haus der Rostocker Stadtmission. In der integrativen Kita steht der Bildungsauftrag ganz oben. „Wir haben 24 Kinder mit Behinderung oder solche, die davon bedroht sind“, sagt Kita-Leiterin Grit Zarmsdorf. Die Kita ist im Rostocker Stadtteil Toitenwinkel, von dort stammen auch die meisten der Kita-Kinder. „Am Wäldchen“ – klingt idyllisch. Und das kann Toitenwinkel sein, etwa wenn 14 Kita-Kinder, Reihe für Reihe, ihre Händchen umeinander schließen und in bunten Jacken zum Teich spazieren, in dem sich Enten und Möwen treiben lassen. Auf ihrem Weg überholen sie zwei Männer, einer hat strähnige Haare, der andere ein grobporiges Gesicht, jeder in der Hand ein Bier. Die Kleinen ignorieren sie. Am Ufer des Teiches liegt Müll, ein Einkaufswagen ist zur Hälfte versenkt. Idylle und eine Spur Verwahrlosung greifen in Toitenwinkel ineinander.

Der Stadtteil gilt als sozialer Brennpunkt. Solche Viertel gibt es in fast jeder Stadt. Es sind meist Rand-, Plattenbaugebiete. Viele, die gut verdienen, sind weggezogen. Wohnen blieb, wer weniger Wahl hatte. Unschöne Seiten, die es überall gibt, wurden mit der Zeit sichtbarer, kennzeichnender. Auch für die Entwicklungschancen der kleinsten Einwohner? „Der Unterschied ist da“, sagt Erzieherin Dinah Roggen. Gerade bei der Sprache sei es zu merken. „Wir arbeiten mit vielen erschöpften Eltern, die in der zweiten Generation in Arbeitslosigkeit sind und nicht richtig mit ihren Kindern sprechen“, erklärt Kita-Leiterin Grit Zarmsdorf. Die Kinder würden meist allein spielen, viel Zeit mit Technik verbringen. Aber sie kämen aus verschiedenen sozialen Kontexten. Nicht jede Familie sei gleich.

Jenny ist bei Dinah in der Gruppe und gern in der Kita, erzählt die Fünfjährige und wischt sich die bemodderten Händchen an der Hose ab. Ihre liebsten Spielgefährten sind John, Paul, Leon und ihre Erzieherinnen. „Zuhause spiele ich allein. Manchmal spielen meine Brüder mit mir.“ Paul guckt am liebsten fern. Er überschlägt sich fast beim Reden. In der Kita bekommen die Kinder Zeit zum Erzählen, in den Morgenkreisen, aber auch allein mit ihrer Erzieherin. „Unsere Aufgabe ist es, einen Ort der Sicherheit und Struktur zu bieten“, sagt Zarmsdorf. Spielerisch trainieren sie Sprache, Zahlen, Kreativität. Spielzeug wie Memory oder Puzzle, vor allem aus robustem Holz, kann die Kita gut gebrauchen. Durch didaktische Spiele können Entwicklungsverzögerungen ausgeglichen werden, erklärt Zarmsdorf. Was sie bei der Aktion geschenkt bekämen bliebe in der Kita.

Das kann rein:
Neue Sachen wie
• Bücher, Malbücher und Stifte,  kleine Bälle, Seifenblasen,  kleine Spiele (z.B. Puzzles, Kartenspiele, Lego, Playmobil),  kleines Kuscheltier, Puppen, Autos, Aufkleber, gefüllte Federtasche; bitte auf Altersangaben achten
• Süßigkeiten, beispielsweise Schokolade ohne stückige Füllung (z. B. Vollmilch, Milchcreme), Bonbons oder Überraschungseier; Mindesthaltbarkeitsdatum beachten
Bei Paketen, die speziell für Flüchtlingskinder gedacht sind, können die Aktionspartner vor Ort  noch weitere Tipps geben.

Das muss draußen bleiben:
• gebrauchte Gegenstände
• spitze oder scharfe Gegenstände
• angsteinflößendes Spielzeug (Panzer, Waffen)
• religiöse Symbole
• Zerbrechliches (Glas, Porzellan oder Flaschen)
• Hexerei- und Zaubereiartikel, Monster etc.
• frische Lebensmittel (Obst, Wurstwaren)
• selbst Gebackenes
• Kleidung
• Bargeld

Hier können Geschenke abgegeben werden:
Den (Schuh)-Karton gern verzieren und mit Gummiband verschließen (bitte nicht zukleben!) und mit der entsprechenden Altersgruppe sowie für Mädchen oder Junge kennzeichnen. Die jeweiligen Lokalredaktionen oder Geschäftsstellen unseres Verlags oder die Aktionspartner nehmen die Päckchen vor Ort entgegen. Adressen und Ansprechpartner werden in den nächsten Tagen immer wieder in Ihrer Lokalausgabe veröffentlicht.

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