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Vorbeck wird zum Nabel der Golfwelt : Kleine Bälle und große Namen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Am Wochenende gastieren die besten Senioren-Golfer der Welt zum sechsten Mal in Vorbeck bei Schwerin

von
erstellt am 13.Jul.2017 | 11:45 Uhr

Ein Hauch der großen Sportwelt weht auf der Anlage von Winstongolf in Vorbeck vor den Toren Schwerins. 60 professionelle Golfspieler, die in ihrer langen Laufbahn nahezu alles gewonnen haben, was man gewinnen kann, bereiten sich auf das bedeutendste Ereignis für die Sportler jenseits der 50-Jahr-Grenze auf deutschem Boden vor. Los geht es heute mit einem Einladungsturnier, in dem sich 26 Professionals und 78 Amateure miteinander messen. Ab morgen früh um 9 Uhr wird es ernst: Dann erfolgt der erste Abschlag für die inzwischen schon sechste Auflage der Winstongolf Senior Open. Am Sonntagnachmittag steht dann fest, wer aus dem mit 350 000 Euro gefüllten Preisgeldtopf den Siegerscheck über 51 693 Euro entgegennehmen darf.

Rund 4600 Zuschauer verfolgten das Ereignis im vergangenen Jahr – wie auch diesmal bei freiem Eintritt. Nicht wenige kommen an diesen Tagen erstmals mit dem Golfsport in Berührung und bewundern, wie scheinbar leicht das Spiel ist. Wer sich hingegen selbst einmal daran probiert, stellt schnell fest: Einfach ist hier gar nichts. Nicht umsonst benötigt man eine intensive Ausbildung, bis man überhaupt auf den Platz darf. Erst mit der so genannten „Platzreife“, mit der man die grundlegenden Fähigkeiten des Golfens nachgewiesen hat, darf man die Runde in Angriff nehmen. Im Normalfall braucht man dann pro Spielbahn – auch Loch genannt – etwa zwei Schläge mehr, als es zuvor nach einem komplizierten System ausgerechnet wurde. Für einen 18-Loch-Platz hat man dann das Handicap 36. Wurde für die Runde also ein Standardwert von 72 Schlägen – das wäre „Par“ (eine Abkürzung der Bezeichnung „Professional Average Result“ = Durchschnittsergebnis eines Profis) – ermittelt, sollte man nach 108 Schlägen das sogenannte „19. Loch“, womit das Clubhaus am Ende der Spielbahn gemeint ist, erreicht haben.

Bis dahin sind es allerdings nicht nur 18 Löcher und rund sechseinhalb Kilometer Wegstrecke, sondern auch zahlreiche Aufgaben, die zu erfüllen sind. Geübte Spieler gehen nicht selten mit einem knappen Dutzend an verschiedenen Schlägern auf die Runde – für nahezu jede Situation ein anderer: Mal soll der Ball möglichst weit fliegen, mal möglichst präzise gespielt werden, mal muss er aus einem Sandhindernis geschlagen oder eben eingelocht – also „geputtet“ werden.

Die Könner spielen bei den Senior Open auf dem sogenannten „Links-Platz“. Doch dieses „Links“ bezeichnet keine Richtung, sondern bezieht sich auf die Besonderheit der Anlage. Als Links bezeichnet man im allgemeinen Küstenplätze im Dünengelände. Sie sind Wind und Wetter extrem ausgesetzt und stellen hohe Anforderungen an die Spieler. Und einem solchen Platz ist der erst vor sechs Jahren fertiggestellte zweite Meisterschaftskurs bei Winstongolf nachempfunden und wurde als Deutschlands bester Golfplatz ausgezeichnet. Dass man dennoch herausragende Ergebnisse erzielen kann, stellte im vergangenen Jahr der Engländer Paul Broadhurst unter Beweis: Mit dem neuen Platzrekord von 67 Schlägen – fünf unter Par – katapultierte er sich in der Schlussrunde noch auf den zweiten Platz der Gesamtwertung.

Von solchen Zahlen sind die Amateure naturgemäß weit entfernt, aber einige von ihnen haben morgen und Sonnabend die einmalige Gelegenheiten, sich von den Professionals etwas abzuschauen und zu lernen. Denn das ist eine weitere Besonderheit der Senior Open in Vorbeck: Gespielt wird im sogenannten „Dunhill-Format“. An den ersten beiden Turniertagen, an denen der erste Abschlag um
9 Uhr erfolgt, wird jeder „Pro“ von einem Amateur begleitet, der mindestens Handicap 18 nachweisen und dafür – sowie einige andere Vergünstigungen – 1500 Euro bezahlen muss. Der Andrang ist dennoch groß, die Plätze waren in diesem Jahr schon lange vor Turnierbeginn ausgebucht.

Nicht umsonst vermeldet der Landesgolfverband inzwischen neben 17 Plätzen im „Golfland MV“ eine gut fünfstellige Mitgliederzahl – „mehr als Sachsen und Thüringen zusammen“, wie Verbandspräsident Rüdiger Born gerne feststellt. Und er wird auch nicht müde zu betonen, dass der Golfsport zunehmend an Bedeutung für die Tourismusbranche gewinnt.

Schließlich wohnt nur rund die Hälfte der organisierten Golfer hier im Land, der Rest kommt aus den benachbarten Bundesländern. Und allein an diesem Wochenende werden neben den Turnierteilnehmern und Besuchern noch um die 100 freiwilige Helfer aus Nah und Fern im Raum Schwerin übernachten.

Golflexikon, Golfbegriffe und einige Golfregeln

  • Abschlag: Der Ort, auf der das zu spielende Loch beginnt, meist eine erhöhte Rasenfläche, auf der der Spieler seinen Ball zum ersten Schlag auf dem Tee platziert. In der gängigen Golfsprache steht auch das Wort Tee für Abschlag.
  • Aufteen: Den Ball auf das Tee legen und sich somit auf den Abschlag vorbereiten.
  • Albatros: Auf einem Par-5-Loch mit nur zwei Schlägen einlochen.
  • Birdie: Wird ein Loch eins unter Par beendet, so spricht man von einem Birdie. Bei einem Par 4 spielt man also mit drei Schlägen einen Birdie.
  • Bogey: Einen Bogey spielt man, wenn man einen Schlag mehr als das Par des jeweiligen Loches benötigt. Bei einem Doppel-Bogey sind es zwei Schläge mehr, beim Triple Bogey drei.
  • Bunker: Der Bunker ist  ein Hindernis auf dem Fairway oder um das Grün herum. Er ist mit Sand gefüllt und soll das Spiel erschweren.
  • Caddy: Der Caddy ist diejenige Person, die dem Spieler unter anderem die Golftasche trägt. Gute Caddies haben jedoch noch weitaus bedeutendere Aufgaben: Sie helfen u.a. bei der Wahl der Schläger, geben dem Spieler Tips bezüglich der Puttlinie und schreiben den Score auf. Die Caddies der proffessionellen Tour-Golfer bekommen ein anteiliges Honorar.
  • Eagle: Bei einem Eagle spielt man mit zwei Schlägen unter Par, benötigt also zwei Schläge weniger als vorgegeben.
  • Fairway: Als Fairway bezeichnet man die Spielbahn zwischen Abschlag und Grün. Das Fairway ist kurz gemäht. Das Gelände rund um das Fairway wird als Rough bezeichnet.
  • Grün: Die am kürzesten geschnittene Grasfläche am Ende eines jeden Loches. Dort befinden sich die Fahne und das Loch, in welches der Ball geschlagen werden muss.
  • Hole-in-one: Ein Ass, der Traum eines Golfers: mit nur einem Schlag vom Abschlag wird der Ball eingelocht.
  • Pro-Am: Ein Wettspiel bei dem Amateure mit einem Pro ein Team bilden.
  • Scorekarte: Die Zählkarte, auf dem die Ergebnisse der einzelnen Löcher notiert werden. Bei Wettspielen wird die Scorekarte von einem Mitspieler geführt.
  • Yard: In fast allen Ländern der Welt wird die Entfernung auf Golfplätzen in Yards gemessen (1 Yard = 0,9144 Meter).

Quelle: Golfinfos.ch

 

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