Pro & Contra : Kleiderordnung an Schulen

Geht eine Kleiderordnung an Schulen zu weit?
Geht eine Kleiderordnung an Schulen zu weit?

Wann ist kurz zu kurz? Über die Kleiderwahl an Schulen ist eine Diskussion entbrannt. Auch unsere Redakteure beziehen Stellung - pro und kontra.

svz.de von
04. Juni 2015, 12:00 Uhr

Pro Kleiderordnung: Knappe Pants sind tabu

Die Schule ist nicht die Strandbar, der angesagte Club oder gar ein Laufsteg. Bauchfreie Oberteile, superkurze Röcke und ultraknappe Pants haben im Unterricht nichts zu suchen. Zu viel nackte Haut lenkt die Jungen  vom Lernen ab, weckt bei Mädchen Rivalitätsgedanken und führt  bei Lehrern zu Kopfschütteln.

Damit keine Schülerin aufreizend aus der Bankreihe tanzt und kein Schüler mit  einer in den Kniekehlen hängenden schmutzigen Jogginghose durch die Gänge schlurft, muss ein Dresscode her, der am besten in der Schulordnung verankert wird.

Ob Shirts mit rassistischen, sexistischen oder politischen Botschaften oder  Kappen und Mützen im Unterricht – in der Kleiderordnung sollte stehen, was geht und was nicht. Angemessene Kleiderwahl verbindlich und einheitlich für alle. Dass sich auch die Pädagogen an diesen Dresscode halten, versteht sich von selbst. Weder Badelatschen noch tiefe Ausschnitte sind bei der Lehrerschaft angebracht.

Was Schüler und Lehrer dann in ihrer Freizeit tragen, sollte ihnen selbst  überlassen sein. In der Schule   allerdings sind knappe Pants tabu.

Kontra Kleiderordnung: Wo ist da die Grenze?

Erst sind es kurze Röcke und knappe Oberteile und schon bald bunt gefärbte Haare, besonderer Schmuck oder andere Accessoires des individuellen Ausdrucks – eine Tabuisierung von bestimmter Kleidung durch die Schulordnung macht Jugendliche doch erst recht neugierig. Etwas nackte Haut an den Schultern, Bauch oder Knien sollte  normal sein und nicht durch einen Dresscode problematisiert werden.    Zumal von keiner Schule zu hören ist, dass jemals ein Schüler halbnackt erschien. Und wann ist  kurz schon zu kurz? Sinnvoller wäre es, im Extremfall das Gespräch zu suchen, wie es in den meisten Einrichtungen ohnehin gehandhabt wird.  Jugendliche wollen sich nun einmal ausprobieren. Und auf dem Weg zur Selbstfindung spielt auch die Kleidung eine große Rolle. Wo sollen die Heranwachsenden denn lernen, welche Wirkung sie mit ihrem Erscheinungsbild provozieren, wenn  nicht auf dem Schulhof? Die Klassengemeinschaft hat da eine regulierende Wirkung.

Letztendlich liegt die Kleidungswahl auch im Ermessen der Eltern. Sollte der Spross über die Stränge schlagen, sind sie es, die Einfluss nehmen und mit dem Kind  reden sollten. Diese Erziehungsfrage kann und darf nicht auch noch an die Schule gehen.

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