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Festspiele MV : Klassikstars und Schiffsschrauben

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Festspiele MV feiern 25. Geburtstag mit fulminantem Jubiläumsprogramm – für Klassikfreunde und solche, die es werden könnten

von
erstellt am 25.Feb.2015 | 11:55 Uhr

„Wie Sanddornsaft und Champagner“, so beschreibt der Intendant der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, Markus Fein, das Programm, das er und sein Team für das 25. Jubiläumsprogramm komponiert haben. In nüchternen Zahlen: 124 Veranstaltungen an 78 Spielstätten – davon neun neuen – vom 20. Juni bis zum 19. September im ganzen Land.

Zum Champagner dürften zweifellos die Picknick-Konzerte in Redefin zählen. Anne Sophie Mutter, die ebenso wie Daniel Hope dort spielen werden, habe den Festspielen sofort zugesagt, so Fein, obwohl sie überall in der Welt gefragt ist. Ebenso wie Dirigent Kent Nagano oder Schauspieler Klaus Maria Brandauer, die in der Haferscheune Stolpe bzw. im Park von Schloss Bothmer zu erleben sein werden.

Neu im Programm ist die Reihe „Meisterpianisten“ mit Konzerten von acht Klavierstars – von Kit Armstrong bis Evgeni Koroliov. Als Preisträger in Residence prägt das französische Streichquartett Quatour Ebène die Saison mit 18 Konzerten.

Neben bewährter künstlerischer Exzellenz, mit der die Festspiele zu einem der wichtigsten deutschen Klassikfestivals wurden, war es Intendant Fein im 25. Jahr besonders wichtig, weiter neue Publikumsschichten zu erobern. Darum wird es am 21. Juni erstmals ein Fahrradkonzert rund um Schwerin geben. Dabei werden den Radlern unterschiedliche Routen angeboten, auf denen sie unterwegs u.a. von der NDR Bigband oder dem holländischen Fahrradorchester unterhalten werden.

Auch Ulrich Tukur mit seinen Rhythmus Boys, Götz Alsmann, das David Orlowsky Trio mit dem Programm „Klezmer Kings“, das Ukulele Orchestra of Great Britain mit einem humorvollen Streifzug von Klassik über Jazz bis Rock und Pop oder der begnadete Akkordeonist und Festspielpreisträger 2014 Martynas werden auch jene im Publikum begeistern, die der Klassik bislang eher vorsichtig begegnen.

In der ebenfalls neuen Reihe „Unerhörte Orte“ wagen sich die Festspiele in ungewöhnliche Spielstätten mit eigens konzipierten Programmen. So wird der Percussionist und Publikumsliebling Alexej Gerassimez die Schiffsschraubenfabrik Waren zum Klingen bringen. Im ehemaligen KdF-Bad Prora spielt der Pianist Igor Levit u.a. Werke von Dessau und Beethoven. Auf der kleinsten Festspielebühne wird im berühmten Rettungs-turm des Architekten Ulrich Müther am Strand von Binz Minimal Music zu hören sein – für jeweils 20 Zuhörer.

Das Jubiläumsfestival feiert auch 20 Jahre „Junge Elite“, jene jungen Künstler also, die das Festival aufbaut und begleitet, bis sie später auch als Stars den Festspielen treu bleiben und immer wiederkommen. Wie Daniel Hope, der erstmals mit 14 bei den Festspielen MV spielte oder Julia Fischer mit 15.

Anlässlich der Wiedereröffnung von Schloss Bothmer am 23. Mai wurde die „Bothmer-Musik“ ins Leben gerufen, ein dreitägiges Kammermusikfest der Jungen Elite, bei denen das Publikum den jungen herausragenden Talenten bei offenen Proben, kleineren Konzerten, Parkspaziergängen am Nachmittag und einem abendlichen Kammermusikkonzert ganz nahe kommen kann.

Auch die Reihen „360o“ und „Pavillons der Jahrhunderte“ werden nach dem großen Erfolg 2014 fortgesetzt.

Für die Verbundenheit mit MV – sozusagen der Sanddornsaft – stehen die zahlreichen Konzerte mit Klangkörpern aus dem Land und die Reihe „Musik aus MV“. Deren Höhepunkt zweifellos Händels „Messias“ in der „Ludwigsluster Fassung“.

Und weil schon von Champagner und Sanddornsaft die Rede war, soll auch ein kühles Pilsner nicht verschwiegen werden: Neuer Hauptsponsor der Festspiele MV ist Radeberger.  

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