zur Navigation springen

Mai-Demonstrationen in MV : Klassenkampf und Sonnenschein...

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Großaufgebot der Polizei in Schwerin: Rund 120 Vermummte aus der linken Szene erhalten Platzverweise. Unweit davon demonstrieren 400 Anhänger der NPD

Mit zahlreichen Veranstaltungen haben die Gewerkschaften am 1. Mai in MV bei strahlender Mai-Sonne den (Kampf)Tag der Arbeit gefeiert. Im Zentrum stand die Forderung nach gerechten Löhnen und mehr Tarifbindung von Unternehmen. Das Motto lautete: „Zeit für mehr Solidarität“. Allein in Schwerin kamen nach Angaben des DGB rund 800 Teilnehmer.

In Torgelow forderte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) eine zügige Angleichung der Renten in Ost und West und einen Zwischenschritt im kommenden Jahr.„Das muss die Bundesregierung jetzt angehen“, sagte Sellering vor mehreren hundert Kundgebungsteilnehmern.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) zeigte sich in Schwerin vor 100 Zuhörern auf dem Grunthalplatz am Hauptbahnhof erfreut, dass es gelungen sei, die NPD dort nicht demonstrieren zu lassen. Die Stadtverwaltung hatte der rechtsextremen Partei einen anderen Platz zugewiesen. Als Grund dafür wurde die historische Bedeutung des Ortes genannt: Auf dem Grunthalplatz war am 2. Mai 1945 Marianne Grunthal von Nazis gehängt worden, weil sie nach dem Selbstmord Adolf Hitlers erleichtert ausgerufen hatte: „Gott sei Dank, dann gibt es Frieden!“

Die Polizei war in Schwerin mit einem Großaufgebot von 800 Beamten im Einsatz, um Zusammenstöße zwischen Demonstranten des rechten und des linken Lagers zu verhindern. Das sei auch nötig gewesen, sagte ein Sprecher. Am Vormittag sprach die Polizei Platzverweise gegen rund 120 Vermummte aus der linken Szene aus. Die Gruppe habe sich am Obotritenring Anweisungen der Polizei widersetzt.

Ganz in der Nähe demonstrierte die NPD laut Polizei mit rund 400 Teilnehmern. Einem anschließenden Demonstrationszug durch Teile der Innenstadt schlossen sich aber nur etwa 250 Sympathisanten an. Kleine Gruppen von NPD-Gegnern hätten immer wieder versucht, an den Aufzug heranzukommen. Der Polizei sei es gelungen, Zusammenstöße zu vermeiden. Zwei Personen wurden vorläufig festgenommen.

Bei Bentwisch vor den Toren Rostocks musste am Morgen der Zugverkehr unterbrochen werden, weil brennende Autoreifen im Gleisbett lagen. Die Zugreisenden aus Stralsund - darunter Demonstranten aus dem rechten Lager, die nach Schwerin wollten - mussten per Schienenersatzverkehr weiterfahren.

Tausende Menschen haben sich in Berlin und Hamburg bei strahlendem Frühlingswetter an Kundgebungen beteiligt. In Istanbul wurde bei schweren Krawallen ein Mann von einem Wasserwerfer getötet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen