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Störtebeker Bier aus Stralsund : Klasse statt Masse

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Deutschlandweit sinkt der Bierabsatz, doch die Stralsunder Braumanufaktur trotzt dem Negativtrend

Klasse statt Masse: Die Störtebeker Braumanufaktur in Stralsund konnte 2015 erneut ihre Bierproduktion steigern. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs der Bierabsatz der Stralsunder Brauer von 123 000 auf 140 000 Hektoliter, wie der geschäftsführende Inhaber, Jürgen Nordmann, sagte. Damit wächst die Brauerei entgegen dem deutschen Langzeittrend.

Zwischen 2006 und 2015 sank der Bierabsatz der deutschen Brauereien nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von 106,8 Millionen Hektoliter auf 95,7 Millionen Hektoliter. Nach dem Tief von 2013 mit 94,6 Millionen Hektoliter stieg der Absatz in den vergangenen zwei Jahren um eine Million Hektoliter an. Die Steigerung resultiert vor allem aus dem starken Exportgeschäft nach Übersee. In Deutschland wird hingegen weniger Bier getrunken.

„Der Trend auf dem Biermarkt geht seit einigen Jahren verstärkt in Richtung Craft- und Spezialitätenbiere“, sagte Nordmann. Hingegen verlören klassische Massenbiere in Deutschland an Käufern. Die Braumanufaktur mit ihren 120 Mitarbeitern setzt auf den Trend zum „authentischen Bier“. Die Mitarbeiter der Brauerei gelten inzwischen als Bierspezialisten.

Der Stralsunder Braumeister Frank Lucas belegte im Sommer 2015 bei der Weltmeisterschaft der Biersommeliers in Brasilien den zweiten Platz. Gerade brachte die Brauerei mit dem Baltik-Lager seine 14. Brauspezialität auf den Markt, die über Handelsketten wie Real, Rewe oder Edeka vertrieben werde.

Seit Ende 2014 wird am Standort der Braumanufaktur investiert. Das Unternehmen nimmt dafür rund 14 Millionen Euro in die Hand. 12 neue Gär- und Lagertanks sowie eine neue Kältemaschine wurden angeschafft. Notwendig gemacht haben die Investitionen die wachsende Sortenvielfalt und die individuellen Rezepturen der Sorten. „Wir benötigen eine viel größere Anzahl an Malz- und Hopfensorten als andere Brauereien“, sagte Nordmann. Jede Sorte brauche eine eigene Temperaturführung. Zudem lagerten die Biere zum Teil deutlich länger als Massenbiere. Aktuell würden das Sudhaus und das Malzlager erweitert. Ab voraussichtlich Ende 2016 soll dann ein neues Verpackungs- und Logistikzentrum entstehen. 

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