zur Navigation springen

Waren: MDR Sinfonieorchester musiziert open air bei Festspielen : Klang unter klarem Himmel

vom

Was für ein tolles Wetter! Was für ein schönes Konzert! In dieser Saison gelang es den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, mit den Open Air Konzerten die schönsten Tage dieses sonnenreichen Sommers zu treffen.

svz.de von
erstellt am 25.Aug.2013 | 08:45 Uhr

Waren | Was für ein tolles Wetter! Was für ein schönes Konzert! In dieser Saison gelang es den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, mit den Open Air Konzerten die schönsten Tage dieses sonnenreichen Sommers zu treffen. Auch mit dem letzten, das am Samstagabend den Schlosspark von Land Fleesensee in Göhren-Lebbin zwischen sinkender Sonne und aufgehendem Mond zum Klingen brachte.

Das MDR Sinfonieorchester Leipzig und sein Chefdirigent Kristjan Järvi hatten unter dem Zeltdach der Freiluftbühne ein Programm aufgelegt, das sowohl versierte Musikliebhaber wie auch Event-Bummler anlocken konnte. Vor allem der in Estland geborene Dirigent Järvi strahlte diese starke Anziehungskraft aus. Denn was er unter seinen Taktstock nimmt, gelingt zu einer von innen heraus glühenden Musik, die den Interpreten eine sichtliche Spielfreude bereitet und den Zuhörern zu einem hinreißenden Hörgenuss wird.

Er begann mit der Akademischen Festouvertüre von Brahms, die alte Studentenlieder kunstvoll polyphon miteinander verbindet. Schon da leuchtete die Musizierlust auf den Gesichtern der Musiker, und so klar und exakt der Dirigent die musikalischen Fäden auch zusammenführte, wurde daraus doch ein Muster voller lebhafter Farben und robuster Formen.

Anschließend das Klarinettenkonzert A-Dur von Mozart mit dem Solisten Matthias Schorn, dem Preisträger in Residence der Festspiele für diese Saison. Von dieser Aufführung ging ein besonderer Zauber aus! Das reiche ornamentale Figurenwerk, das den Solopart anfüllt, band Schorn konsequent in seine sensible musikalische Gestaltung ein. Dabei zwang er das Publikum auf dem Rasen des Schlossparks zu genauestem Hinhören, wenn er immer wieder sein zartes, geheimnisvolles Piano ansteuerte. Järvi, der dem sanften Klarinettenton einen kernigen Orchesterklang entgegensetzte, antwortete auf dieses Piano mit feinsten Streichertupfern, die das Fragile dieses intimen Musizierens noch unterstützten. Über allem schwebte eine himmlische Leichtigkeit, durch die gelegentlich ein tiefernster Untergrund schimmerte. Da wünschte man sich doch in einen richtigen Konzertsaal versetzt, um den ganzen Reichtum der Nuancen aufsaugen zu können!

Zu Kontrahenten auf ganz andere Weise wurden Järvi und der Pianist Martin Stadtfeld im d-Moll-Klavierkonzert von Bach. Die atmende, pulsierende, schwingende Lebendigkeit des Klangs ging ganz vom Streichorchester aus. Den Klavierklang hingegen speiste Stadtfeld aus einer unermüdlichen Motorik heraus, zwar dynamisch wechselnd, doch ebenmäßig und mit forciertem Impuls in der Bewegung. Zwei Energiekonzepte, die miteinander rangen.

Zum Abschluss Beethovens 8. Sinfonie F-Dur. Die beiden Ecksätze in rasantem Tempo, das eine ganz ungewohnt kompakte musikalische Gestik des Werkes herauskehrte. Mit viel musikalischem Witz und klanglicher Delikatesse die beiden Mittelteile. Das Publikum war hell begeistert und gab stürmischen Applaus. Mit zwei jubelnd aufgenommenen Bonbons aus den Ungarischen Tänzen von Brahms als Zugabe wurde es in den Silberschein des abnehmenden Mondes entlassen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen