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Mecklenburg-Vorpommern

13. Dezember 2017 | 19:47 Uhr

Schwerin : Klamme Kassen in Stadtfirmen

vom

Andererorts führen die städtischen Betriebe jährlich mehrstellige Millionenbeträge an den Stadthaushalt ab. In der Landeshauptstadt hofft der Finanzdezernent nur auf kleinere Summen, oft geht er leer aus.

svz.de von
erstellt am 20.Dez.2011 | 12:22 Uhr

Schwerin | Während in anderen Kommunen die städtischen Betriebe jedes Jahr Millionenbeträge in mehrstelliger Höhe an den Stadthaushalt abführen, ist das in der Landeshauptstadt ganz anders. Der Finanzdezernent kann nur auf kleinere Summen hoffen, oft geht er ganz leer aus.

Der Stadtwerkeverbund zahlt an die Stadt die vereinbarten Konzessionsabgaben unter anderem für Gas und Strom: mehr ist nicht drin. Denn Gewinne macht der Konzern nicht - ganz im Gegenteil. Die Stadt muss dem verschuldeten Betrieb immer wieder durch Bürgschaften helfen.

Auch die Schweriner Wohnungsgesellschaft (WGS) ist wegen ihrer eigenen Schulden nicht in der Lage, einen Beitrag für den Etat zu leisten. Grund sind Entscheidungen der Stadtvertreter in den 90er-Jahren. Damals bekam die WGS Aufgaben zugewiesen, die nicht zu ihrem ureigensten Arbeitsgebiet zählten. Heute muss die Stadt deshalb auf Millionen verzichten.

Der Eigenbetrieb Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen Schwerin (SDS) schloss das Wirtschaftsjahr 2010 mit einem Minus von knapp 20 000 Euro ab. Damit ist klar: Geld ist von SDS nicht zu erwarten.

Etwas besser sieht es bei der Schweriner Abwasserentsorgung (SAE) aus. Der Eigenbetrieb kann knapp 1,5 Millionen Euro an die Stadt "abführen", wie es im Jahresabschluss heißt. Das entspricht eine Verzinsung des Eigenkapitals von 6,5 Prozent.

Zu den Zahlern gehört auch das Zentrale Gebäudemanagement (ZGM). Der Eigenbetrieb kann einen Beitrag zum Haushalt von gut 530 000 Euro leisten. Ein Grund dafür nennt die Stadtverwaltung: "Die Personalaufwendungen sind zurückgegangen; dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass in den bezogenen Leistungen Aufwendungen für die Mitarbeitergestellung von Zeitarbeitsfirmen enthalten sind. Gleichfalls wirkt der langfristige krankheitsbedingte Ausfall von sechs Mitarbeitern kostendämpfend."

Ebenfalls ein Geldbringer ist die Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft (SAS). Die musste herhalten, als es um eine Finanzspritze für das Theater ging. Die SAS überwies eine halbe Million Euro. Zum Teil ist das Geld jedoch noch gar nicht verdient. 100 000 Euro sind bereits ein Vorgriff auf den Gewinn des Jahres 2012. Und der Nahverkehr "fand" bei sich auch noch eine halbe Million - ebenfalls für die Rettung des Theaters.

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