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Klage abgewiesen: Studentischer Prorektor soll 14 000 Euro zahlen

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erstellt am 16.Mär.2012 | 10:54 Uhr

Stadtmitte | Herber Rückschlag für Heiko Marski, den studentischen Prorektor der Uni Rostock: Seine Klage gegen das Land Mecklenburg-Vorpommern in Vertretung der Uni Rostock wurde gestern vom Arbeitsgericht Rostock abgewiesen. Marski hatte auf Bestehen eines Arbeitsverhältnisses geklagt und soll nun die Prozesskosten tragen. Die liegen bei knapp 14 000 Euro und ergeben sich aus dem Streitwert des Falls. Der Vorsitzende Richter Martin Sander legte diesen auf 156 000 Euro fest, forderte Marski beim Prozessauftakt im Januar doch die Besoldungsstufe W3 und damit zirka 5000 Euro monatlich.

Marski ist seit April 2010 Prorektor für studentische Angelegenheiten und nach einem Jahr im Amt wiedergewählt, aber nicht noch einmal vom Rektor bestellt worden. Einen Arbeitsvertrag hat Marski nie bekommen, lediglich eine Bestellungsurkunde für sein erstes Amtsjahr. Die Uni behandelte den 28-Jährigen als ehrenamtlich Tätigen und zahlte ihm zwischen April 2010 und April 2011 eine monatliche Aufwandsentschädigung von 800 Euro. Für diese gab es jedoch keine rechtliche Grundlage. Durch die Zahlungen bekam Marski Probleme mit der Arbeitsagentur und der Krankenkasse. Sie waren der Auffassung, dass es sich hierbei um eine Vergütung und nicht um eine Aufwandsentschädigung handle. Fortan war der Status des studentischen Prorektors unklar.

Seit knapp einem Jahr bekommt Marski kein Geld mehr für seine Arbeit im Rektorat und muss Hartz IV beziehen.

Dass das Arbeitsgericht Marskis Klage eine Absage erteilte, findet die Vorsitzende des Gesamtpersonalrats der Uni Rostock, Dr. Sibylle Bachmann, überraschend und unverständlich. Richter Sander habe hauptsächlich beurteilt, dass durch die Bestellungsurkunde von Schareck kein Arbeitsverhältnis entstanden sei. Die eigentliche Frage sei aber, so Bachmann, ob dieses Arbeitsverhältnis nicht schon allein durch Marskis Tätigkeit im Rektorat zustande gekommen sei. Für Bachmann sind noch viele Fragen offen: "Heiko Marski wird und muss in die zweite Instanz gehen." Bis eine Neuauflage des Prozesses vor dem Landesarbeitsgericht beginnen kann, dürften allerdings Monate vergehen.


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