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Kläranlage: Immer mehr Abwasser aus der Industrie

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erstellt am 10.Jan.2012 | 09:19 Uhr

Wittenberge | Die Stadt Wittenberge passt die städtische Kläranlage bedingt durch den demografischen Wandel den veränderten Bedingungen an. Sie investiert rund 950 000 Euro, 660 000 Euro sind Fördermittel der ILB Land Brandenburg. Darüber informierten Bauamtsleiter und beauftragter Werkleiter des Eigenbetriebes Abwasserentsorgung Hubert Mackel und Bereichsingenieurin des Eigenbetriebes Abwasserentsorgung Susanne Geissler auf Nachfrage des Prignitzers. Die Stadtwerke haben die Betriebsführung des Eigenbetriebes und somit auch der Kläranlage inne.

Die Stadt nahm die Abwasserreinigungsanlage 1995 in Betrieb. Konzipiert wurde sie damals für 45 000 Einwohnerwerte. In den 90er-Jahren betrug der häusliche Anteil 67 Prozent. Nur etwa ein Drittel machte gewerbliches und industrielles Abwasser aus.

"Das Verhältnis ist inzwischen gekippt", erklärt Hubert Mackel. Nur 36 Prozent davon stammen aus privaten Haushalten. Der Großteil kommt von Firmen aus dem Industriegebiet Süd in Wittenberge. Zwei Großkunden sind beispielsweise die Prignitzer Chemie GmbH und die BIO-Diesel Wittenberge GmbH.

Täglich kommen 2500 bis 3000 Kubikmeter Abwasser an. Die Kläranlage muss mit neuer Technik ausgestattet werden, die für die spezielle Reinigung industrieller und gewerblicher Abwasser ausgelegt ist. In Angriff genommen werden die Bereiche Bautechnik, technische Ausrüstung sowie die Elektrotechnik. Eine Kalk-Dosierstation, die in den Prozess zwischengeschaltet wird, ist die bedeutendste Neuerung. "Hier wird die Aufbereitung des Klärschlamms verbessert, der hinterher in der Landwirtschaft verwertet wird", so Susanne Geissler. Durch die Dosierstation wird die Qualität des Schlamms erhöht. Ohne die Dosierstation entstehen dem Unternehmen bislang Mehrkosten.

Außerdem wird es eine neue Rohrleitung geben sowie einen Schacht für den Notumlauf. Der ist in modernen Kläranlagen üblich. Die Messtechnik wird entsprechend umgestellt. Einwohner und Firmen werden von den Umbaumaßnahmen nichts mitbekommen. Auch in den Abrechnungen wird sich nichts ändern. "Der Abwasserpreis bleibt und wird nicht angehoben", betonten Mackel und Geissler ausdrücklich.

Bereits im September 2011 haben die Stadtverordneten die entsprechenden Wirtschaftspläne für den Abwasserbetrieb abgesegnet. Nun liegt Mackel der Zuwendungsbescheid vor. Das heißt, "wir werden eine Sondersitzung des Werkausschusses einberufen und die Wirtschaftspläne dem Zuwendungsbescheid anpassen", so der Werkleiter.

Im Februar wird der Wirtschaftsplan noch einmal den Stadtverordneten zur Beschlussfassung vorgelegt. Parallel dazu werden die Ausschreibungen für die Baufirmen vorbereitet. Mackel rechnet mit dem Baustart im Mai.


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