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Atomkraftwerk Lubmin : KKW-Demontage in der Endphase

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Rund 23 Jahre nach der Abschaltung des Atomkraftwerkes in Lubmin sind seit gestern alle radioaktiv belasteten Großteile entfernt worden. Der 156 Tonnen schwere Dampferzeuger wird jetzt in das Zwischenlager Nord gebracht.

svz.de von
erstellt am 27.Feb.2013 | 09:52 Uhr

Lubmin | Rund 23 Jahre nach der Abschaltung ist gestern das letzte radioaktiv belastete Großteil aus dem Kernkraftwerk Lubmin ausgebaut worden. Mitarbeiter der bundeseigenen Energiewerke Nord (EWN) haben - überwacht von Strahlenschutzexperten - den rund 156 Tonnen schweren Dampferzeuger mit einem Schwerlastkran aus der Dampferzeugerbox in den bereits leergeräumten Reaktorsaal des Blockes 3 gehoben. Das radioaktiv kontaminierte Teil wird mit einem Spezialanstrich versehen und in rund zehn Tagen in das benachbarte atomare Zwischenlager Nord gebracht. EWN-Chef Henry Codes bezeichnete den Ausbau als "wesentlichen Meilenstein", der beim Rückbau des früheren DDR-Kernkraftwerks erreicht sei. Der Ausbau der fünf Reaktoren und der 30 Dampferzeuger sei die technisch und logistisch anspruchsvollste Aufgabe gewesen. Bislang sind in den beiden früheren DDR-Kernkraftwerken Lubmin und Rheinsberg EWN-Angaben zufolge 78 Prozent der kontaminierten und 95 Prozent der kerntechnischen Nebenanlagen zurückgebaut.

Unklar ist, ob die KKW-Gebäudehüllen stehengelassen oder abgerissen werden sollen. Die EWN haben eigenen Angaben zufolge für die schwach kontaminierten Betonhüllen beim Land einen Antrag auf Langzeitverwahrung gestellt. Das Unternehmen plädiert dafür, die Gebäude weitere 30 bis 40 Jahre stehen zu lassen und erst dann abzureißen. Dieses Vorgehen hat nach Einschätzung der EWN gesundheitliche und ökonomische Vorteile. Würden die Gebäude später abgerissen, wären Strahlenschutzaufwand und Kosten deutlich geringer, wie Cordes unter Berufung auf Gutachten sagte.

Das Kernkraftwerk am Greifswalder Bodden war zwischen 1973 und 1990 in Betrieb und erbrachte mit seiner Gesamtleistung von 1760 Megawatt einen Anteil von elf Prozent des Strombedarfs in der DDR. Wegen Sicherheitsbedenken wurde das Kraftwerk 1990 abgeschaltet. Fünf Jahre später begann die Stilllegung. Seit 2009 lagern alle Brennelemente und Reaktoren im Zwischenlager. Der Bund finanziert den Rückbau mit 4,2 Milliarden Euro. Die EWN mit derzeit rund 870 Mitarbeitern, rechnen damit, dass die Hauptaktivitäten 2015 abgeschlossen sind.

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