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Kabinett berät heute neues Gesetz : Kitabetreuung im Nordosten leicht gestiegen

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Das Kabinett in Schwerin will heute das neue Kinderförderungsgesetz beraten. Der Entwurf aus dem Sozialministerium sieht kleinere Gruppen in den Kindergärten und einen Mindestlohn für Kita-Erzieherinnen vor.

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erstellt am 17.Dez.2012 | 06:25 Uhr

Schwerin | Das Kabinett in Schwerin will heute das neue Kinderförderungsgesetz beraten. Der Entwurf aus dem Haus von Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) sieht kleinere Gruppen in den Kindergärten und einen Mindestlohn für Kita-Erzieherinnen vor. Außerdem will sie die komplizierte Finanzierung der Kitas vereinfachen. Die Eltern, die Kommunen und das Land zahlen derzeit jährlich rund 500 Millionen Euro für die Tagesbetreuung der Kleinkinder, so die Ministerin. Vom Sommer 2015 an soll laut Gesetzentwurf eine Erzieherin im Kindergarten nur noch 15 Kinder in ihrer Gruppe betreuen. Beschlossen ist bereits, dass die Gruppengrößen im nächsten Sommer auf 16 Kinder verringert werden soll.

Die Betreuung von Kindern in Tagesstätten ist in Mecklenburg-Vorpommern unterdessen erneut gestiegen. Im März 2012 wurden im Nordosten insgesamt 98 738 Kinder unter 14 Jahren in Krippen, Kindergärten und Horten oder einer Tagespflege betreut, wie das Statistische Amt gestern in Schwerin mitteilte. Das waren 2 250 Kinder oder 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Kitas insgesamt beschäftigten fast 13 800 Mitarbeiter, davon waren knapp 1500 als selbstständige Tagesmütter und -väter tätig.

Jedes zweite Kind unter drei Jahren wurde im letzten Jahr in einer Kindertagesstätte oder Tagespflege betreut, das waren 2,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Fast jedes vierte Kleinkind wurde von einer Tagesmutter versorgt.

Bei den Drei- bis Fünfjährigen erhöhte sich die Zahl der betreuten Kinder um drei Prozent auf gut 37 000 Mädchen und Jungen. 98,5 Prozent der Kinder dieser Altersgruppe besuchten eine Tagesstätte. Bei den Schulkindern von sechs bis elf Jahren nutzten 64 Prozent am Nachmittag den Hort.

Um Erzieherinnen im Land ein auskömmliches Einkommen zu ermöglichen, sollen die Kita-Betreiber ihre Mitarbeiter mindestens 30 Stunden pro Woche beschäftigen, die Löhne an den Tarifverträgen "orientieren" und mindestens 8,50 Euro brutto Stundenlohn zahlen, heißt es im Entwurf zum neuen Landes-Geetz. Es gebe immer noch Kitas im Land, die geringere Gehälter zahlen, so Schwesig jüngst. Seinen Anteil an den Kita-Kosten jedenfalls wolle das Land nur noch auszahlen, wenn die Lohn- und weitere Qualitäts-Standards eingehalten werden. Die zahlreichen verschiedenen Geldtöpfe, aus denen das Land seinen Anteil an der Kita-Finanzierung bezahlt, will die Sozialministerin auf drei vermindern. Aus dem größten soll wie bisher eine so genannte Grundförderung pro belegten Ganztagesplatz bezahlt werden.

In diesem Jahr fließen so 102 Millionen Euro an die Kommunen. Die bisherigen Hilfen bei der Bezahlung des Mittagessens, für Fortbildungen der Erzieherinnen und manche weitere Programme, die die Kita-Qualität erhöhen sollen, will Schwesig pauschalisiert an die Städte, Gemeinden und Kreise zahlen.

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