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Streit um Amtszeit von Abromeit : Kirchengericht weist Klage gegen Bischof ab

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Die Verlängerung der Amtszeit des pommerschen evangelischen Bischofs Hans-Jürgen Abromeit bis 2018 ist rechtens. Das Kirchengericht der Nordkirche wies eine Klage gegen die Amtszeitverlängerung als unzulässig ab.

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erstellt am 16.Aug.2013 | 07:32 Uhr

Hamburg/Greifswald | "Mein Name ist Hans-Jürgen Abromeit, und ich bin von Beruf Pastor." Der Bischof des Sprengels Greifswald der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland sitzt im schmucklosen Konferenzraum des Hamburger Dorothee-Sölle-Hauses. Vor ihm liegt, in einer Aktenmappe sorgsam verwahrt, eine Urkunde: Unterzeichnet von Synodenpräses Rainer Dally bestätigte sie ihm am 16. März 2012 eine Verlängerung seiner Amtszeit für die Jahre 2014 bis 2018.

Es ist dieses Dokument, das Abromeits Reise nach Hamburg nötig machte: Denn vor dem unabhängigen Kirchengerichtshof der Nordkirche wurde am Donnerstag erneut über die Rechtmäßigkeit der Verlängerung seiner Amtszeit verhandelt. Die früheren Pommerschen Synodalen Andreas Ruwe und Wolfhard Molkentin zweifelten an, dass der heutige Sprengelbischof rechtmäßig im Amt ist. Seine Verlängerung, die die Landeskirche aufgrund der Gründung der neuen Nordkirche vornahm, sei Ende 2011 unter unklaren Umständen zu früh gekommen, außerdem hätten illegalerweise Vertreter von EKD und UEK mit abgestimmt.

Doch gestern setzten die Richter um den Vorsitzenden Michael Labe einen vorläufigen Schlussstrich unter den jahrelangen Rechtsstreit: Sie erklärten die Klagen aus Pommern für unzulässig. Gegen eine eventuelle Beeinträchtigung der Rechte der früheren Landessynode der Pommerschen Evangelischen Kirche hätte nur die gesamte Landessynode klagen können. Doch so wie Sondersynoden und geheime pommersche Gremiensitzungen in den Tagen vor der Gründung der Nordkirche einen zwielichtigen Eindruck hinterließen, wurden auch vor Gericht Verfahrensfehler deutlich. Weswegen das Kirchengericht nun sämtliche Verfahrenskosten der Nordkirche auferlegte.

Wie der Rechtsanwalt der Kläger, der frühere Vizepräsident des Landesverfassungsgerichts Mecklenburg-Vorpommern, Helmut Wolf, erklärte, bedauere man die Entscheidung, zumal über die Rechtmäßigkeit der Amtszeitverlängerung so nicht entschieden wurde. Nach Erhalt des Urteils wollen die Kläger prüfen, ob sie Beschwerde gegen die Nichtzulässigkeit der Revision vor dem Verwaltungsgericht der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands einlegen.

Abromeit hingegen zeigte sich mit der Entscheidung der Richter zufrieden. "Für mich war entscheidend, dass sich die damalige pommersche Landessynode mit einer Zweidrittelmehrheit hinter mich gestellt hat."

Doch bis der durch das Verfahren zumindest angekratzte Ruf des Greifswalder Sprengelbischofs völlig wiederhergestellt ist, wird wohl noch einige Zeit vergehen.

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