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Mecklenburg-Vorpommern

20. Oktober 2017 | 09:20 Uhr

Kirche distanziert sich

vom

svz.de von
erstellt am 02.Sep.2010 | 07:11 Uhr

Schwerin | Nachdem der Bund der Antifaschisten VVN-BdA Anzeige gegen den früheren Schweriner Oberkirchenrat, Menno Aden, wegen des Verdachts der Volksverhetzung gestellt hat, hat sich gestern die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs von Aden distanziert: "Wir haben seinen Werdegang in den vergangenen Jahren verfolgt. Er vertritt Positionen, die wir so als Kirche nicht teilen. Wenn er jetzt noch im Amt wäre und solche Meinungen verträte, würde das wieder zu einer Auseinandersetzung führen", sagte ein Kirchen-Sprecher gegenüber unserer Redaktion. Aden war 1999 mit der Begründung "nicht gedeihlichen Wirkens" aus dem Amt abberufen worden. Damals hätten die heutigen Vorwürfe aber keine Rolle gespielt, vielmehr sei es um die Amtsführung des Oberkirchenrates gegangen, sagte der Sprecher. Dass Aden "konservative Positionen" vertreten habe, sei bekannt gewesen. Rechtslastige, extreme oder radikale Meinungen habe man seinerzeit nicht gesehen.

Gestellt hat die Anzeige der Landesverband Brandenburg des Bundes der Antifaschisten, bestätigte gestern deren Vorstandsmitglied Marcus Pilarski. Das vierseitige Papier sei der Staatsanwaltschaft Potsdam zugegangen. Die Justizbehörde konnte gestern auf Nachfrage noch nicht bestätigen, dass die Anzeige eingegangen ist. Aden war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.

Auf von ihm betriebenen Internetseiten fänden sich "eine Reihe von Abhandlungen, in denen er (...) die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft billigt, verherrlicht und rechtfertigt", heißt es in der Anzeige. Anlass für letztere ist eine Rede, die der Ex-Oberkirchenrat morgen in Potsdam halten soll und die er auch schon in Berlin gehalten habe, so die VVN-BdA. Unter anderem findet sich dort - wie auch bis gestern noch im Internet - die Passage, dass es "nicht nur beschämend, sondern geradezu verfassungswidrig" sei, "wenn das Goetheinstitut in seinen Auslandsbüros politisch hoch korrekte Deutschlandlandkarten aufhängt, auf denen jenseits Oder-Neiße-Linie für uns alles aufhört". Der Bund der Antifaschisten sieht darüber hinaus Passagen, mit denen Aden "Zweifel an der Verurteilungswürdigkeit Hitlers" anmelde. Auch entschuldige er Kriegsverbrecher.

Dem Verfassungsschutz Brandenburgs ist Aden übrigens nicht bekannt, sagte ein Sprecher. In MV liegen dem Verfassungschutz ebenfalls keine Erkenntnisse vor.

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