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Einsturz vor 10 Jahren : Kirche Barkow lebt wieder

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Heute vor zehn Jahren brach Dachstuhl der Barkower Kirche zusammen - „Rostklotz“ umstritten

Heute Abend jährt sich der Einsturz der Barkower Kirche zum zehnten Mal. „Als die aufgeregten Kinder eingeschlafen waren, sagten sie: Die Kirche ist weg. Das konnte ich nicht glauben. In Barkow sah ich dann, dass das hohe Dach weg war, und glaubte zunächst an eine optische Täuschung – ich war fassungslos“, berichtet Claudia Huss, Kirchengemeinderatsmitglied und Vorsitzende des Fördervereins zum Wiederaufbau der Dorfkirche Barkow. Der Dachstuhl war zusammengebrochen und hatte nahezu den gesamten Innenraum unter sich begraben. Lediglich die Orgelempore und das Instrument waren unversehrt geblieben. Nach der Notsicherung wurden Altarbild und Taufbecken geborgen.

Über Monate war die Kirche Anlaufpunkt für Schaulustige. „Eines Tages traf ich auf Vertreter des Vereins ,Dorfkirchen in Not’. Sie rieten unserer Gemeinde, einen Verein zu gründen, um Fördergelder für den Wiederaufbau zu bekommen.“ Im Garten von Familie Huss saßen sieben Bekannte – damit war der Verein gegründet.

Dieser wird zum Sprachrohr zwischen Dorfbewohnern, Oberkirchenrat und Architekt. Der Oberkirchenratbeauftragt ihn, eine Wunschliste bezüglich des Wiederaufbaus zu erstellen. Ergebnisse: Barrierefreier Zugang, mehr Licht, eine Toilette, eine Küche und eine Heizung. Sieben Architekten planten dann verschiedene Entwürfe, die sehr unterschiedlich ausfielen. „Der Entwurf, der äußerlich der radikalste war und vielen bis heute Bauchschmerzen bereitet, gewann“, so Claudia Huss. „Von innen war und ist er jedoch ohne Abstriche überzeugend.“

Obwohl die Kirche unter Denkmalschutz steht, wurde zwischen dem Schiff und dem Turm der „Rostklotz“ – so der Spitzname im Ort – genehmigt. In ihm befindet sich der neue Eingang. Dieser ist nicht nur barrierefrei, sondern auch breit genug für Sargträger und Sarg . „Die alte, erhalten gebliebene Substanz durfte nicht verändert werden. Etwas hinzuzufügen, was erkennbar neu ist, wurde akzeptiert“, erklärt Claudia Huss.

Dabei habe es für Außenstehende nicht ermutigend begonnen. Viele Einwohner von Barkow zeigten zwar, was ihnen die Kirche wert war und beseitigten in wenigen Tagen die Trümmer, doch der Wiederaufbau begann erst im September 2005. Komplett vollendet war das Bauwerk Pfingsten 2007. Um Anziehungspunkt zu bleiben, müsse sich ebenfalls die Kirche verändern, worauf auch schon die genannte Wunschliste ausgerichtet gewesen sei, so Claudia Huss.

Als Andenken an die alte Kirche liegt am Eingang ein kleiner, verzierter Balken der alten Decke. Claudia Huss, die sich immer wieder darüber freut, auf der restaurierten Friese-Orgel spielen zu können, empfindet die Mischung aus Alt und Neu im Barkower Gotteshaus als etwas Besonderes.

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erstellt am 02.Apr.2014 | 20:56 Uhr

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