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Frankfurt/Schwerin : Kinderporno-Razzia auch in Mecklenburg

vom

Wenige Tage nach einem großen Schlag gegen Kinderpornos im Darknet melden die Ermittler den nächsten Erfolg. Wohnungen von insgesamt 67 Tatverdächtigen wurden durchsucht.

svz.de von
erstellt am 20.Jul.2017 | 14:55 Uhr

Den Ermittlern ist erneut ein großer Schlag gegen die Verbreitung von Kinderpornos gelungen: Die Wohnungen von 67 Tatverdächtigen wurden durchsucht. Unter den Beschuldigten  ist auch ein 56-jähriger Mann aus Nordwestmecklenburg, wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main gegenüber unserer Redaktion sagte. „Es wurden die Wohnung durchsucht und Datenträger sichergestellt, eine Festnahme erfolgte nicht“, so der Sprecher.  Die Datenträger würden jetzt von Spezialisten untersucht.

Die größte Anzahl von Tatverdächtigen gab es mit jeweils neun in Hessen und Niedersachsen sowie acht in Bayern und Nordrhein-Westfalen. Laut Bundeskriminalamt sind die Beschuldigten zwischen 18 und 80 Jahren alt. Sie stehen im Verdacht, über den Onlinedienst „Chatstep“ Bilder und Videos mit Kinderpornografie getauscht zu haben. Die Aufnahmen zeigten schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, darunter auch von Kleinstkindern, sowie von sexueller Gewalt gegen Kinder.

Um die mutmaßlichen Täter zu identifizieren, habe der US-Betreiber der Internet-Plattform mit dem BKA zusammengearbeitet, hieß es. Die Auswertung der sichergestellten Datenträger sowie weitere Ermittlungen dauerten noch an. Die 67 Tatverdächtigen befänden sich auf freiem Fuß, es habe nach der bundesweiten Aktion keine Festnahmen gegeben. Das könne sich aber ändern, wenn das sichergestellte Material ausgewertet wurde.

Vor wenigen Tagen hatten die Ermittler bereits einen großen Schlag gegen Kinderpornografie gemeldet. Eine der größten internationalen Kinderpornografie-Plattformen im Darknet, „Elysium“, wurde stillgelegt, 14 Verdächtige wurden festgenommen. Zwölf von ihnen wird sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das BKA Anfang Juli mitgeteilt hatten. Sieben Beschuldigte - fünf Deutsche und zwei Österreicher - kamen in Untersuchungshaft.

Auf der Plattform „Elysium“ sollen mindestens 87000 Nutzer Bilder und Videos ausgetauscht haben. Die Opfer waren Kinder im Alter von zwei bis acht Jahren. Für die Verbreitung kinderpornografischen Materials können in Deutschland bis zu fünf Jahre Gefängnis verhängt werden.

 

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