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Mecklenburg-Vorpommern

13. Dezember 2017 | 21:52 Uhr

Weltkindertag : Kinderarmut spaltet das Land

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Studie belegt große regionale Unterschiede. Jedes vierte Kind unter 15 Jahren im Land lebt in einer Hartz-IV-Familie

svz.de von
erstellt am 20.Sep.2014 | 09:00 Uhr

Der heutige Weltkindertag ist nicht für alle Mädchen und Jungen in Mecklenburg-Vorpommern ein Grund zum Feiern: Jedes vierte Kind unter 15 Jahren im Land lebt in einer Hartz-IV-Familie. „Kinderarmut ist keine Randerscheinung, sondern mitten unter uns“, sagte gestern Helmut Holter, Fraktionschef der Linken, anlässlich der Zwischenbilanz der Kampagne seiner Partei zu dem Thema. Das Problem werde zu wenig wahrgenommen. Dabei gibt es große regionale Unterschiede, wie eine Analyse der Linken zeigt.

Demnach sind im Osten des Landes weit mehr Kinder von Armut betroffen als im Westen. So lebten 2012 im Landkreis Ludwigslust-Parchim weniger als 19 Prozent der Jungen und Mädchen unter 15 Jahren in Hartz-IV-Familien – im Kreis Vorpommern-Greifswald waren es dagegen fast 29 Prozent. Ein deutliches Gefälle gibt es auch zwischen den kreisfreien Städten und Kreisen: Negative Spitzenreiter sind Schwerin (31 Prozent) und Rostock (29 Prozent).

Ähnlich sieht es aus, wenn man den Anteil der Kinder und Jugendlichen unter 25 Jahren vergleicht, die einen Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes haben: Während es im Landkreis Ludwigslust-Parchim 23,5 Prozent sind, ist in der Landeshauptstadt laut der Erhebung jedes dritte Kind (33,4 Prozent) bedürftig.

Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe, kritisierte, dass die Behörden die betroffenen Familien oft nicht ausreichend über Förderungen informieren würden. Ein Kind könne sich seine Eltern und deren finanzielle Situation aber nicht aussuchen. „Chancengleichheit geht nur über Bildung, doch da läuft einfach zu viel schief – das ist ein sozialpolitischer Skandal“, meinte Becker. Man müsse das Selbstwertgefühl der Kinder stärken. Statt dessen verhindere die Bürokratie beim Bildungspaket oft eine zielgerichtete Hilfe.

Auch die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt, forderte, das Bildungspaket durch eine Kindergrundsicherung zu ersetzen. Die Verwaltungskosten seien derzeit viel zu hoch. Das Geld fehle letztlich den Kindern.

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