Leser schenken Freude : Kinder sollten gleich viel wert sein

Ministerin Manuela Schwesig war auch im letzten Jahr Schirmherrin unserer Weihnachtsaktion für Kinder – damals sprach sie mit Schülern aus unserer Region über Kinderrechte.
Ministerin Manuela Schwesig war auch im letzten Jahr Schirmherrin unserer Weihnachtsaktion für Kinder – damals sprach sie mit Schülern aus unserer Region über Kinderrechte.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) ist Schirmherrin unserer Weihnachtspaketaktion für Kinder

svz.de von
27. November 2015, 12:00 Uhr

Kindern mit einem kleinen Päckchen Freude schenken – das ist das Ziel unserer diesjährigen Weihnachtsaktion. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) hat die Schirmherrschaft übernommen. Angela Hoffmann sprach mit ihr.

Frau Ministerin, zunächst einmal vielen Dank, dass wir Sie erneut als Schirmherrin für unsere Weihnachtsaktion gewinnen konnten. Welche Wünsche verbinden Sie persönlich mit der Päckchenaktion für Kinder, deren Eltern nicht viel Geld haben?
Ich freue mich, auch in diesem Jahr die Weihnachtsaktion der SVZ als Schirmherrin zu unterstützen. Es gibt viele Kinder auf der Welt, die in großer Armut leben, die von Krieg und Elend betroffen sind und jetzt als Flüchtlingskinder zu uns kommen. Und es gibt leider auch Kinder, die hier in Mecklenburg-Vorpommern in Armut aufwachsen. Ich finde es großartig, dass die Leserinnen und Leser so viele Päckchen packen und für einen kurzen Moment den Kindern Freude schenken. Denn alle Kinder sollten uns gleich viel wert sein. Dabei ist es egal, wo sie herkommen, wie alt sie sind, wie sie aussehen oder welcher Religion sie angehören. Ich wünsche mir die gleichen Rechte für Kinder: gute Bildung, Schutz vor Gewalt, eine eigene Meinung oder das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung.

Bundesweit ist etwa jedes fünfte Kind von Armut betroffen, im Nordosten sogar jedes vierte. Wo liegen aus Ihrer Sicht die Hauptursachen für das Problem?
Kinder sind arm, wenn ihre Eltern nicht genug Einkommen erzielen. In Familien, in denen kein Elternteil erwerbstätig ist, liegt das Armutsrisiko bei rund 60 Prozent. Ist bereits ein Elternteil in Vollzeit beschäftigt, liegt das Armutsrisiko nur noch bei rund 13 Prozent. Sind beide Elternteile erwerbstätig, liegt das Armutsrisiko je nach Erwerbsumfang zwischen 3,5 und 0,7 Prozent. Deshalb ist eine wichtige Maßnahme die Förderung der Kindertagesbetreuung. Ohne die Förderung der Kindertagesbetreuung wären rund 100 000 Mütter mit jüngstem Kind unter 3 Jahren nicht erwerbstätig und würden kein Einkommen erzielen. Gerade Alleinerziehende sind von Armut besonders betroffen, weil sie Beruf und Familie schlecht vereinbaren können. Daher sorgen wir mit dem Programm KitaPlus für flexiblere Öffnungszeiten der Kitas über die „normalen“ Öffnungszeiten hinaus, die es manchen Eltern überhaupt möglich machen, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen oder fortzusetzen zu können.

Welche wirksamen Mittel sehen Sie im Bund und in den Ländern zur Bekämpfung der Kinderarmut und wo müsste noch nachgebessert werden?
Ohne die staatlichen Sozial- und Familienleistungen läge das Armutsrisiko von Kindern in Deutschland doppelt so hoch. Allein durch das Kindergeld werden eine Million Kinder vor Armut geschützt. Wir haben in diesem Jahr ein großes Paket zur finanziellen Entlastung von Familien geschnürt. Die Familien bekommen mehr Kindergeld und einen höheren Kinderfreibetrag. Die Alleinerziehenden profitieren von einem höheren Entlastungsbetrag und alle Niedrigverdiener von der Erhöhung des Kinderzuschlags. Damit holen wir weitere 300 000 Kinder aus der Armut.

Außerdem unterstützt die Bundesregierung Familien mit keinem oder geringem Einkommen mit dem Bildungspaket, um Kindern ein Mittagessen in der Schule, eine Klassenfahrt oder Sport im Verein zu ermöglichen. Auch mit dem Mindestlohn haben wir – gerade auch in Mecklenburg-Vorpommern – einen wichtigen Beitrag geleistet.

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