Ein Dach für Kinder : Kinder setzen sich für Mitschüler ein

Gruppenbild mit Maskottchen und der Schirmherrin unserer Aktion: Manuela Schwesig sprach gestern mit Schülern über Kinderrechte. Fotos: Büttner/Kleinpeter
Gruppenbild mit Maskottchen und der Schirmherrin unserer Aktion: Manuela Schwesig sprach gestern mit Schülern über Kinderrechte. Fotos: Büttner/Kleinpeter

Im Rahmen unserer Spendenaktion diskutierten gestern Schüler aus der Region mit Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig über ihre Rechte.

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12. Dezember 2014, 17:53 Uhr

Schneeweißes Hemd, schwarzer Anzug: Kevin hat heute einen wichtigen Termin. Der Neunjährige von der Grundschule am Mühlenteich in Rostock-Evershagen ist ein bisschen aufgeregt. Er möchte mit Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) über Kinderrechte sprechen. Was ihm besonders am Herzen liegt? „In unserer Schule gibt es keinen Fahrstuhl. Ein Mädchen kann aber nicht so gut laufen und hat deshalb Probleme. Ich wüsste gerne, was man da machen kann“, sagt Kevin.

Zusammen mit 22 anderen Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren ist er an diesem Tag zum Landesverband des Kinderschutzbundes nach Schwerin gekommen, der die Schüler im Rahmen unserer gemeinsamen Spendenaktion zur Gesprächsrunde mit der Ministerin und Schirmherrin der Aktion eingeladen hat. Neben der Rostocker Schule nehmen auch Jungen und Mädchen von der Neumühler Schule in Schwerin und der Edith-Stein-Schule in Ludwigslust teil.

So wie Merle. Die 11-Jährige aus Ludwigslust hält einen Zettel mit einer Frage in der Hand. Darauf kleben viele rote Punkte. Das heißt, alle Kinder haben sich vor der Diskussionsrunde darauf verständigt, dass diese Frage besonders wichtig ist und zuerst gestellt werden muss. „Was kann ich tun, wenn ich sehe, dass ein Kind von den Eltern misshandelt wird, es sich aber nicht traut, etwas zu sagen?“, fragt Merle. „Am besten, ihr wendet euch an einen anderen Erwachsenen, etwa an einen Lehrer oder Schulsozialarbeiter“, rät die Ministerin. Wer sich nicht traue, könne aber auch die Nummer gegen Kummer wählen, empfiehlt Schwesig. „Und was ist, wenn manche Erwachsene sagen, dass ein Klaps nicht schadet?“, hakt Tim aus Schwerin nach. „Dann muss man ganz klar sagen, dass das nicht stimmt. Kinder zu schlagen, ist gesetzlich verboten“, betont die Ministerin.

Andere Jungen und Mädchen wollen wissen, warum die Wünsche der Kinder bei Trennungen der Eltern nicht besser berücksichtigt werden, wie man Schülern helfen kann, die nicht genug zu essen von zu Hause mitbekommen oder warum die Kinderrechte in Deutschland nicht per Gesetz gestärkt werden. Eine Vorlage für Manuela Schwesig, die eine Befürworterin von Kinderrechten im Grundgesetz ist. Man habe derzeit in der Politik nicht die erforderliche Mehrheit dafür, bedauert sie: „Aber wir bleiben dran!“

Dann ist Kevin an der Reihe. In der einen Hand hält er „Günther“, das Kinderschutzbund-Maskottchen. Mit der anderen Hand meldet er sich und stellt seine Fahrstuhl-Frage. Manuela Schwesig verweist an die Stadt Rostock als richtigen Ansprechpartner und zeigt sich beeindruckt. „Ich finde es toll, dass die Kinder nicht nur gut über ihre Rechte Bescheid wissen und diese einfordern, sondern dass sie auch so viel über die Sorgen von anderen Kindern nachdenken“, sagt die Ministerin nach der Veranstaltung. Ihr Recht auf Beteiligung – das haben die Schüler an diesem Tag gut genutzt. Mit Geschenken und einem Flötenstück verabschieden sie sich von der Ministerin, die sich mit Büchern zum Thema Kinderrechte revanchiert. Und noch ein Geschenk hat Schwesig im Gepäck: 500 Euro für unsere Spendenaktion zugunsten des Kinderschutzbundes, die von der Bethe-Stiftung auf 1000 Euro verdoppelt werden.

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