Kinder immer häufiger in Obhut

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07. August 2009, 09:25 Uhr

Schwerin | Die Behörden in MV haben 2008 so viele Kleinkinder wie nie zuvor aus Problemfamilien geholt und in die Obhut von Pflegeeltern oder Heimen gegeben. Wie das Statistische Amt gestern in Schwerin mitteilte, wurden im Vorjahr 127 Kinder unter drei Jahren in Obhut genommen, 2007 waren es 85, 2005 nur 46. Während die Gesamtzahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen im Vergleich zum Vorjahr mit 972 fast konstant blieb, gab es auch bei den Drei- bis Neunjährigen einen deutlichen Anstieg. Hauptgrund für Inobhutnahmen sei Überforderung der Eltern, hieß es. Seit dem Hungertod der fünfjährigen Lea-Sophie Ende 2007 in Schwerin reagieren Behörden im Land offenbar auch schneller auf Anzeichen von Kindeswohlgefährdung.

Mit 45 Inobhutnahmen je 10 000 Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren lag der Anteil in Mecklenburg-Vorpommern im Vorjahr fast doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt (23). 1998 waren im Nordosten zwar sogar 1200 Kinder und Jugendliche betroffen, wegen der höheren Kinderzahl lag der Anteil der Inobhutnahmen mit 34 je 10 000 Kinder aber niedriger als heute.

Nach Angaben des Statistischen Amtes wurden 2008 rein rechnerisch fast täglich drei Minderjährige zu ihrem eigenen Schutz von den Jugendämtern aufgenommen und vorübergehend an einem sicheren Ort untergebracht. In 549 Fällen (56 Prozent) seien die vorläufigen Schutzmaßnahmen wegen dringender Gefahr durch soziale Dienste, Jugendämter oder Polizei und Ordnungsbehörden ausgelöst worden.

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