Video: Großalarm in Ribnitz-Damgarten : Kinder finden Bleibehälter - Atomeinsatz ausgelöst

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Foto: Stefan Tretropp

Kinder entdecken beim Spielen auf altem Fabrikgelände in Ribnitz-Damgarten Behälter mit eventuellem radioaktiven Material und lösen damit Großalarm aus

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26. Mai 2016, 18:16 Uhr

Steine, Muscheln oder auch Insekten – das sind alles Dinge, die Kinder wohl öfter vom Spielen mit nach Hause bringen. Aufkleber, die vor Radioaktivität warnen, aber wohl eher selten. Dieses Andenken ihrer Entdeckungstour auf einem alten Fabrikgelände entwendeten zwei Kinder in Ribnitz-Damgarten von Behältern, die sie dort fanden. Und lösten einen Großalarm aus.

Die Behälter sollen von Experten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales vermutlich in der kommenden Woche untersucht werden. Bis dahin würden sie unter Verschluss gehalten, sagte eine Behördensprecherin am Freitag in Rostock der Deutschen Presse-Agentur. Bei ersten Untersuchungen sei keine Strahlung gemessen worden.

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Wie Dirk Scholwin, Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr Ribnitz-Damgarten sagte, hatten die beiden Kinder bereits Mittwochnachmittag den Fund gemacht, sagten davon allerdings niemandem etwas. Erst am Donnerstag, als die beiden Schüler im Physikunterricht ihrer Lehrerin die entfernten Etiketten der Behälter zeigten, kam der Großeinsatz ins Rollen. Die Lehrerin schlug entsetzt die Hände über dem Kopf zusammen, als sie sah, dass ihre Schüler eventuell mit Strahlung in Kontakt gekommen waren und informierte umgehend die Einsatzkräfte.

Die beiden Kinder wurden sofort nach Bekanntwerden in die Ribnitzer Boddenklinik mit Verdacht auf Verstrahlung gebracht.  „Wir haben die beiden Kinder im Krankenhaus frei gemessen und keine Verstrahlung festgestellt“, sagte Scholwin. Gleich danach wurde der betroffene Bereich auf dem alten Industriegelände abgeriegelt und von den Kameraden der Feuerwehr eindringlich untersucht. Er sei inzwischen wieder frei zugänglich, sagte ein Sprecher des Landkreises Vorpommern-Rügen.

Bei der Untersuchung kam auch die ABC-Erkundungseinheit aus Barth zum Einsatz. „In entsprechender Schutzkleidung haben wir eine so genannte abgesetzte Messung durchgeführt, die aus unserer Sicht nichts Auffälliges ergeben hat“, sagte Scholwin weiter. Damit galt die Einsatzstelle als ungefährlich. Nach einer ersten Begutachtung vermutet die Feuerwehr, dass es sich um Aufbewahrungsbehälter für Teststrahler handelt, die man zu DDR-Zeiten für den Zivilschutz brauchte. Die Behälter seien ungefähr 20 Zentimeter hoch und 15 Zentimeter breit, massiv, unbeschädigt und aus dem Jahr 1972.  Was sich in den Behältern befindet, muss noch von Mitarbeitern des Landesamtes für Umwelt geprüft werden.

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