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Mecklenburg-Vorpommern : Kinder auf Droge

vom
Aus der Onlineredaktion

62 im vergangenen Jahr erwischte Rauschgiftkonsumenten waren jünger als 14 Jahre

Illegale Drogen breiten sich in Mecklenburg-Vorpommern unter Kindern aus. „Wir betrachten diese Entwicklung mit großer Sorge“, sagte gestern der Leiter des Landeskriminalamtes (LKA), Ingolf Mager. 61 von der Polizei erwischte Drogenkonsumenten waren im vergangen Jahr jünger als 14 Jahre. 2015 wurden 46 Kinder mit Rauschgift gestellt – eine Zunahme von 34 Prozent, heißt es im gestern vorgestellten Drogenbericht des LKA für das Jahr 2016.

Ähnlich sieht es bei Jugendlichen aus. 680 Konsumenten illegaler Drogen waren im vergangenen Jahr im Alter zwischen 14 und 18 Jahren. Das waren 144 jugendliche Tatverdächtige mehr als noch 2015. Ein Grund für die Zunahme bei Kindern und Jugendlichen sei die leichtere Verfügbarkeit von Drogen durch den Handel im Internet, meinten Drogenexperten des LKA. Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 5488 Drogendelikte. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg der Fallzahlen um 15 Prozent. Dabei wurden 4694 Tatverdächtige ermittelt. 8,1 Prozent von ihnen waren Ausländer, am häufigsten fielen Syrier auf. Die meisten Drogendelikte würden bei Kontrollen im Straßenverkehr oder bei Veranstaltungen aufgedeckt.

Die Folgen des Drogenkonsums können verheerend sein: Die jüngste Drogenopfer in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr – ein Mädchen aus Rostock – starb mit 14 Jahren an einer Überdosis Fentanyl. Insgesamt kamen neun Menschen durch den Konsum von Rauschmitteln ums Leben. Vier von ihnen starben an dem Missbrauch des Schmerzmittels Fentanyl, „das in der Szene zunehmend als Heroinersatz gehandelt wird“, wie ein Drogenexperte des LKA erklärte. Die zweithäufigste Todesdrogen im Nordosten waren mit drei Opfern synthetisch hergestellte Cannabisprodukte, die deutlich stärker wirken können und gefährlicher sind als pflanzliches Cannabis. „Bei der illegalen Herstellung diese Drogen gibt es keinerlei Qualitätsstandards – die Einnahme ist für den Konsumenten deshalb wie russisch Roulette“, sagte LKA-Chef Mager.

Er sprach sich gegen die Diskussion um eine Legalisierung weicher Drogen aus. „Sie hat dazu geführt, das Risikobewusstsein zu senken“, so der Kriminalist. Damit würden auch andere Drogen bagatellisiert. Der Trend sei inzwischen europaweit zu beobachten.

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erstellt am 16.Jun.2017 | 05:00 Uhr

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