Dokumentarfilm : Kinder als Stasi-Spitzel

Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) führte Akten über tausende Bürger in der DDR.
Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) führte Akten über tausende Bürger in der DDR.

Filmproduktion aus MV wird von der Filmförderung des Landes unterstützt

von
20. November 2017, 20:45 Uhr

Den Missbrauch Minderjähriger als Stasi-Spione zeigt der Dokumentarfilm „Als wir Kinder Spitzel waren“, dessen Produktion mit 30 000 Euro von der Kulturellen Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern unterstützt wird. Die Auswahlkommission habe in ihrer November-Sitzung insgesamt 102 250 Euro für vier Produktionen, eine Stoff- und Projektentwicklung und einen Antrag auf Verleih, Abspiel und Präsentation vergeben, teilte die Leiterin der Kulturellen Filmförderung MV, Sabine Matthiesen, in Wismar mit.

In „Als wir Kinder Spitzel waren“ decke Regisseurin Wiebke Possehl gemeinsam mit ihrer Co-Regisseurin Kathrin Matern ein hochbrisantes Thema der DDR-Geschichte auf. Ganz nah seien sie an ihren Protagonisten, die als Minderjährige vom Stasi-Apparat als Spione missbraucht wurden. Produziert werde der Streifen von der Rostocker Firma Populärfilm Media.

30 000 Euro erhält den Angaben zufolge auch das Filmprojekt „Hohe Kunst aufs flache Land“, das die Kunsthalle Rostock als einzigen Kunstmuseumsneubau der DDR in Szene setzt. Produziert werde der Dokumentarfilm des Rostockers Jörg Herrmann durch die Stralsunder Clip Film- und Fernsehproduktion.

Mit 26 000 Euro geht eine weitere große Fördersumme an den Kurzdokumentarfilm „Jobcenter“, mit dem sich Johanna Huth und Julia Gechter in die Lebensrealität von Bewohnern der Kleinstadt Parchim begeben.

Auffällig war laut Matthiesen in der aktuellen Förderrunde die Vielzahl starker Projekteinreichungen von Frauen. Sie hätten sich auch klar durchgesetzt. Fast 80 Prozent der Projekte würden von Regisseurinnen und Produzentinnen gestemmt, „ein klares Zeichen für die erzählerische Kraft von Frauen“, sagte Matthiesen.

Die Auswahlkommission der Kulturellen Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern verteilt zweimal im Jahr ihre Fördergelder – der Topf umfasst 215 000 Euro. Zu den bekanntesten Streifen, die in jüngerer Zeit finanzielle Unterstützung bekamen, gehört Charly Hübners Dokumentarfilm „Wildes Herz“ über die Punkband „Feine Sahne Fischfilet“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen