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Prozess vor dem Aus? : Kiloweise Drogen in Stavenhagen gehortet

vom
Aus der Onlineredaktion

Gerichtsverhandlung gegen einen mutmaßlichen Rauschgifthändler aus Stavenhagen steht auf der Kippe.

svz.de von
erstellt am 28.Aug.2017 | 20:45 Uhr

Der Prozess gegen einen mutmaßlichen Drogenhändler aus Stavenhagen (Kreis Mecklenburgische Seenplatte), bei dem kiloweise Rauschgift gefunden worden war, steht auf der Kippe. Grund ist eine Besetzungsrüge der Verteidiger, die eine gesetzeswidrige Zusammensetzung der Strafkammer unter Richter Henning Kolf am Landgericht Neubrandenburg vermuten. Kolf unterbrach deshalb am Montag überraschend die Verhandlung nach kurzer Zeit. Eine Entscheidung soll bis zum 8. September fallen.

Hintergrund der Probleme ist, dass drei der acht Richter am Landgericht seit Monaten krank und etliche im Urlaub sind. Deshalb musste die Strafkammer schnell neu besetzt werden, ohne dass die Anwälte davon wussten.

Für die weitere Verhandlung kündigt Verteidiger Stefan Hoffmann aber auch ein Geständnis seines Mandanten an. In der Wohnung des Mannes hatte ein Spezialeinsatzkommando im Februar Rauschgift im Wert von 160.000 Euro gefunden. Es war laut Polizei einer der größten Drogen-Einzelfunde im Osten Mecklenburg-Vorpommerns seit Jahren. Die Anklage wirft dem 54-jährigen Angeklagten illegalen Drogenhandel in größerem Stil und mit Waffen vor.

In der kleinen Plattenbauwohnung wurden etwa 16.000 Ecstasy-Pillen, mehrere Kilogramm Amphetamine und Marihuana sowie geringe Mengen Kokain und Heroin entdeckt. Die Drogen waren in Schränken im Wohnzimmer, einer Zwischendecke im Flur, in Küche, Keller und in einem anderen Zimmer verteilt gewesen. „Einige Drogen waren bereits in szenetypischen kleinen Tütchen eingeschweißt“, sagte die Staatsanwältin. Sie sprach von bis zu „16 581 Konsumenteneinheiten“ bei einer Droge. Auch Messer und Schlagstöcke fanden Beamte.

„Der Sachverhalt wird nicht das Problem“, sagte Anwalt Hoffmann. Die Rechtsfrage sei, ob es wirklich Handel war. In Frage käme auch Beihilfe zum Handel oder Besitz von Drogen. Der Angeklagte stand vor mehreren Jahren wegen ähnlicher Delikte in Stade bei Hamburg vor einem Gericht. Ihm droht nun eine mehrjährige Freiheitsstrafe.

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