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Kernfusion erhält satte 35 Millionen vom Land

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erstellt am 07.Feb.2013 | 07:31 Uhr

Schwerin/Greifswald | In das umstrittene Kernfusionsprojekt Wendelstein 7-X in Greifswald sollen bis 2019 pro Jahr 47,5 Millionen Euro an Bundesmitteln und acht Millionen Euro von der EU fließen. Das teilte die CDU-Landtagsfraktion gestern mit. Abgeordneter Egbert Liskow berief sich dabei auf eine Verwaltungsvereinbarung des Bundes und der Länder Mecklenburg-Vorpommern und Bayern. Das Papier liegt unserer Redaktion vor, ist jedoch bislang nur vom Bund unterzeichnet. Laut den Unterlagen soll MV jährlich etwa fünf bis sechs Millionen Euro beisteuern. Allerdings: In den Landesetat eingeplant sind sie nach der Verwaltungsvereinbarung erst bis 2016. In das Projekt sollen bislang schon rund eine Milliarde Euro geflossen sein.

"Am Standort Greifswald sind heute 480 Menschen beschäftigt. Hinzu kommen zeitweilig Beschäftigte oder zugeordnete Wissenschaftler, Ingenieure und Auszubildende. Es handelt sich um hoch qualifizierte Arbeitsplätze, die den Wissenschaftsstandort Greifswald im nationalen und internationalen Wettbewerb aufwerten", so Liskow.

Das Vorhaben, mit dem voraussichtlich von 2015 an die Energiegewinnung durch Kernfusion erforscht werden soll, läuft unter der Regie des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik mit Hauptsitz in Garching bei München. Kritiker bezweifeln die technische Umsetzbarkeit der Kernfusion in wirtschaftlichem Maßstab. In der Verwaltungsvereinbarung heißt es gleich auf Seite 1 auch: "Für die Energieversorgung wird die Kernfusion nicht vor 2050 zur Verfügung stehen, kann aber auf lange Sicht und weltweit eine wichtige Rolle spielen." Zudem werden immer wieder Sicherheitsbedenken laut. Die Landesregierung hatte jüngst ein Gutachten zur Gebäudesicherheit in Auftrag gegeben, das im Frühsommer 2013 vorliegen soll.

Die oppositionelle Grünen-Landtagsfraktion kündigte gestern an, die neue Verwaltungsvereinbarung im Parlament zu thematisieren. Dabei solle unter anderem die offene Finanzierung ab 2016 geklärt, aber auch das Projekt selbst diskutiert werden, sagte der energiepolitische Sprecher, Johann-Georg Jaeger. Die "erheblichen Mittel", die Mecklenburg-Vorpommern für Wendelstein 7-X aufbringen wolle, seien besser bei der Umsetzung der Energiewende aufgehoben, sagte er. Jaeger plädierte dafür anstatt des Kernfusionsprojektes ein Forschungszentrum für Speichertechnologien für erneuerbare Energien in Greifswald aufzubauen. "Inzwischen ist eine Milliarde verbaut ohne nennenswerte Ergebnisse. Wenn das Projekt in 50 Jahren verwirklicht sein sollte, sind wir mit der Energiewende schon längst durch", argumentierte er.

Kritik kommt auch von den Linken. Nach Ansicht der energiepolitischen Sprecherin, Mignon Schwenke, sei es zwar grundsätzlich zu begrüßen, den Wissenschaftsstandort Greifswald zu stärken. Gegenwärtig liefen aber Untersuchungen darüber, ob die Sicherheit von Umwelt und Bevölkerung tatsächlich gewährleistet ist. "Bevor hier keine positiven Ergebnisse vorliegen, ist jedes Bekenntnis fahrlässig", sagte Schwenke.

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