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Mecklenburg-Vorpommern

25. November 2017 | 12:42 Uhr

Keine Zeit für gesunde Ernährung

vom

svz.de von
erstellt am 22.Feb.2013 | 08:10 Uhr

Berlin/Schwerin | Stress im Job und schlechte Ess-Gewohnheiten halten Millionen Bundesbürger von gesunder Ernährung ab. Für jeden Zweiten ist Essen nur Nebensache. Vier von zehn jungen Erwachsenen lassen sich beim Essen von Smartphone oder Fernseher ablenken. Mehr Menschen achten eher auf leckeres als auf gesundes Essen. Das geht aus einer gestern vorgestellten Forsa-Studie im Auftrag der Techniker Krankenkasse hervor.

Dabei wüssten die meisten Menschen, wie sie sich gesund ernähren könnten, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner. "Was man im Bewusstsein für wichtig hält, macht man nicht im Verhalten." Vor allem Männer, Jüngere und Geringverdiener ernähren sich der Erhebung zufolge hektischer, eher mit Fertiggerichten und Imbissen, mit mehr Fleisch und Wurst - und insgesamt ungesünder. So heiße es nur bei jedem dritten 25- bis 35-Jährigen "Hauptsache gesund". Für 59 Prozent von ihnen zähle, dass es vor allem lecker schmecke. Insgesamt essen 58 Prozent der Männer und 39 Prozent der Frauen täglich Fleisch oder Wurst. Vor allem bei Geringverdienern mit einem Monatseinkommen von maximal 1500 Euro gehöre täglich ein Stück Fleisch dazu.

Jeder dritte Berufstätige beklagt, gesunde Ernährung sei bei der Arbeit unmöglich. Jeder Zweite sagt, selbst in Arbeitspausen nicht genug Zeit zum entspannten Essen zu haben. Statt öfter kleine, gesunde Mahlzeiten zu sich zu nehmen, essen 30 Prozent der Frauen und sogar 47 Prozent der Männer abends reichlich zu Hause. Insgesamt gibt jeder zweite Bundesbürger als Grund für ungesunde Ernährung mangelnde Zeit und Ruhe an. Vielen fehlt aber auch der Wille. Nur in der Hälfte aller Haushalte gibt es laut Studie noch täglich ein selbstzubereitetes Mahl. Vier von zehn Menschen greifen mindestens ein- bis zweimal pro Woche zu Tütensuppe oder Tiefkühlpizza. Jeder fünfte der unter 35-Jährigen räumt ein, ein- bis zweimal pro Woche Burger, Pommes oder Currywurst zu essen. Jeder dritte der unter 25-Jährigen greift mindestens dreimal die Woche zum Imbiss.

Was man besser essen sollte? Als gesunde Ernährung empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) viel Obst und Gemüse, reichlich Getreideerzeugnisse sowie Kartoffeln, eher wenig Fleisch und Wurst und nur selten Süßigkeiten und gezuckerte Getränke. Wer mehrmals täglich Obst und Gemüse esse, nehme weniger Fett zu sich, dafür aber mehr Ballaststoffe, mehr Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Das komme der Verdauung und dem Körpergewicht zugute, so die DGE. Außerdem senke man sein Risiko, an Zivilisationskrankheiten und Krebs zu erkranken. Wichtig ist auch, wie das Essen zubereitet wird. So sollte Fleisch unbedingt fettarm gegart werden. Zur Kalorienbombe werden viele Mahlzeiten erst durch Sahnesoße, Panade oder Speckmantel. Auch für den Brotbelag gibt es mit Tomate, Gurke oder Frischkäse Alternativen zur fetten Wurst.

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