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Heizwerk in Laage weg : Keine Wärme, kein Strom: Öl zu teuer

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Vor fünf Jahren wurde das Blockheizkraftwerk in Laage auf der Basis von erneuerbaren Energien eingerichtet, um Wärme und Strom zu erzeugen. Jetzt muss das Werk wieder abgebaut werden. Dabei gibt es Schwierigkeiten.

svz.de von
erstellt am 09.Mär.2012 | 10:36 Uhr

Laage | Helmut Precht, Bauer aus Breesen, ist wieder sauer, weil Politik dafür sorge, dass Geld aus dem Fenster geworfen werde. Gestern rief er die SVZ an und machte sich darüber böse, dass das Blockheizkraftwerk im Laager Denkmalsweg abgerissen wird. "Da ist unser Geld enthalten", schimpfte Precht, der als Kreistagsmitglied der Freien Wähler seit Jahren gegen die Verschwendung von Fördermitteln wettert. Sein Vorwurf in diesem Fall: Da gehe es mit der Energiepolitik, auch gerade bei erneuerbaren Energien, hin und her und ebenso mit der Förderung. Was gestern hochgelobt worden sei, sei heute nicht mehr wahr, protestiert er.

Einer, der das ausbaden muss, ist der Österreicher Alois Weissinger. Der richtete vor fünf Jahren das Blockheizkraftwerk in Laage auf der Basis von erneuerbaren Energien ein, um Wärme und Strom zu erzeugen. Jetzt muss er das Werk wieder abbauen. Das Problem: Kostete vor fünf Jahren die Tonne Öl durchschnittlich 450 Euro, sei es jetzt das Doppelte, so Weissinger. "Deshalb konnte ich meinen Liefervertrag gegenüber den Stadtwerken Laage bzw. jetzt Teterow nicht erfüllen", berichtet er. Vor Weihnachten erhielt er die Kündigung.

Weissinger verwendete vor allem Raps-, Sonnenblumen- und Palmöl. Er schwamm damit auf der Welle, die viele Investoren - heute muss man sagen - verführte, solche Werke zu bauen. Den schwarzen Peter schiebt er der Politik zu. "Während ich mir sagte und davon noch heute überzeugt bin, dass wir den Strom und Sprit hier selbst machen müssen, handelt die Politik nicht danach", sagt Weissinger.

Beim Abbau gab es eine Schwierigkeit. Weissinger sagt, dass er laut Vertrag dafür acht Monate Zeit gehabt hätte. Er sollte es aber in sechs Tagen schaffen. Das brachte nach seiner Meinung Zoff, anwaltliche Schreiben, Telefonate. Klaus Reinders, Geschäftsführer der Stadtwerke Teterow, sieht das anders und verweist darauf, dass Weissinger, der schon seit anderthalb Jahren kein Strom und Wärme mehr produziere, bis Ende März alles ausgebaut haben müsse.

Weissinger hält dagegen. Für ihn gilt, dass er rund 150 000 Euro in den Sand setzen musste.


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