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Neue Hiobsbotschaften in MV : Keine Steuergelder für insolvente P+S-Werften

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Der östliche Landesteil muss nach der Werften-Pleite weitere wirtschaftliche Tiefschläge einstecken. Einschnitte stehen in Greifswald und Torgelow an. Auf den insolventen P+S Werften wird es indes immer enger.

svz.de von
erstellt am 31.Aug.2012 | 07:50 Uhr

Stralsund/Greifswald | Der östliche Landesteil muss nach der Werften-Pleite weitere wirtschaftliche Tiefschläge einstecken. Wie das Unternehmen Nokia Siemens Networks gestern mitteilte, schließt es seinen Standort in Greifswald. Betroffen seien 48 Mitarbeiter. In der Torgelower Eisengießerei stehen indes Entlassungen in allen Abteilungen an, so die Geschäftsführung. Im August sei schon 22 Mitarbeitern gekündigt worden, sagte der Sprecher der Geschäftsführung, Peter Krumhoff. Als Grund nannte er weniger Bestellungen aus der kriselnden Windkraftindustrie. Eine genaue Zahl der zu erwartenden Kündigungen nannte er nicht. Nokia Siemens Greifswald bietet den betroffenen Mitarbeitern zum 1. Oktober den Wechsel in eine Transfergesellschaft mit einer Laufzeit von 19 Monaten an. Geschäftsführer Hermann Rodler begründete die Schließung mit den schwierigen Marktbedingungen.

Auf den insolventen P+S Werften in Stralsund und Wolgast wird es indes immer enger: Das Unternehmen benötigt nach Einschätzung des vorläufigen Insolvenzverwalters Berthold Brinkmann umgehend einen Massekredit. Die auf den Werftkonten noch verfügbaren Reserven in Höhe von etwa einer Million Euro reichten nur noch für einen etwa einwöchigen Betrieb beider Werften. "Wir werden daher so schnell wie möglich alle erforderlichen Anträge für einen Kredit erstellen", sagte Brinkmann gestern. Über die Höhe machte er keine Angaben. Der Kredit müsste möglichst über eine Landesbürgschaft abgesichert werden.

Hilfe vom Land kommt derweil für die von der Insolvenz der Werften betroffenen Zulieferunternehmen. Dafür stünden die Instrumente von Landesbürgschaften, Ausfallbürgschaften der Bürgschaftsbank sowie zinsverbilligte Darlehen bis zu einer Summe von jeweils 500 000 Euro zur Verfügung, erklärte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) gestern.

Unterdessen erklärte ein Sprecher von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), dass die Werften selbst nicht auf Gelder des Bundes hoffen könnten. Auch Sonderhilfen der staatlichen KfW-Bank seien ausgeschlossen. Die Linkspartei fordert hingegen eine schnelle staatliche Unterstützung für die P+S Werften. "Die Staatshilfe ist für die 2000 Werftarbeiter dringend nötig", sagte die Linken-Haushaltsexpertin Gesine Lötzsch.

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