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Stralsund : Keine Plädoyers im „Fischbrötchen-Krieg“

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Der Zweitaufguss des Prozesses um den Stralsunder „Fischbrötchen-Krieg“ verzögert sich weiter. Unmittelbar vor Ende der Beweisaufnahme überraschte ein Verteidiger mit neuen Anträgen.

svz.de von
erstellt am 05.Feb.2015 | 18:14 Uhr

Statt der erwarteten Plädoyers im Prozess um den Stralsunder „Fischbrötchen-Krieg“ hat ein Verteidiger kurz vor Ende der Beweisaufnahme am Donnerstag mit drei weiteren Anträgen zur Anhörung von Zeugen überrascht. Das Stralsunder Landgericht will nun am Freitag die damalige Freundin des mutmaßlichen Angreifers auf Stralsunds Vize-Oberbürgermeister Heinz-Dieter Hartlieb hören.

Anders als vom Hauptbelastungszeugen angegeben, der den 31-jährigen Angeklagten am 6. Juli 2012 in die Nähe des Hauses von Hartlieb gefahren haben will, sollen er und der Angeklagte sich bereits früher kennengelernt haben. Zwei weitere Beweisanträge lehnte das Gericht ab. Plädoyers und Urteil werden nun am 25. Februar erwartet.  Mit der Vernehmung der jungen Frau will die Verteidigung die Glaubwürdigkeit des Zeugen erschüttern. Nach Angaben des Anwalts werde die Zeugin bestätigen, dass sein Mandant und der Hauptbelastungszeuge sich bereits Wochen vor dem 6. Juli 2012 gekannt haben sollen. Der Hauptbelastungszeuge hatte bislang angegeben, den mutmaßlichen Angreifer erstmals am Tatmorgen gesehen zu haben, als er ihn von Demmin nach Stralsund fahren sollte. Später räumte er ein, ihn zwei Tage vor dem Überfall getroffen zu haben.

Von den einst drei mutmaßlichen Tätern sitzen nur noch zwei auf der Anklagebank im Stralsunder Landgericht. Neben dem Angriff auf Harlieb wird dem Hauptangeklagten vorgeworfen, eine Bombenattrappe mit 400 Gramm echtem TNT im Bauamt der Stadt deponiert zu haben. Hartlieb war als Vize-OB und Bauamtsleiter auch indirekt zuständig für die Vergabe der Konzessionen im Fischbrötchen-Verkauf am Hafen. Das Verfahren gegen den dritten Beschuldigten war im Prozessverlauf eingestellt worden.

Die drei Männer waren im Juni 2013 wegen dieser Straftaten sowie mehrerer Brandstiftungen und eines Buttersäureangriffs zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden. Die Entscheidung war durch den Bundesgerichtshof nach einer Revision der Angeklagten allerdings aufgehoben worden. Seit November verhandelt das Landgericht in einem zweiten Verfahren über Einschüchterungen und Gewalttaten im Zusammenhang mit der Vergabe von Konzessionen für den lukrativen Fischverkauf im Stralsunder Hafen.

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